Arktischer Ozean voll mit Kunststoffabfällen aus der Ferne

Im arktischen Ozean konzentriert sich immer mehr Plastikmüll, der durch die Meeresströmungen von weit her in das empfindliche Ökosystem gebracht wird.

Von Edgar Schülter
Eine Studie, von der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft, die in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, bestätigt, dass der Kunststoff im Meer bei Grönland und vor den nordskandinavischen Küsten einen sehr weiten Weg zurückgelegt hat. Diese Studie wurde mittels weiterer Untersuchungen nochmals bestätigt.
Die Forscher haben einige Plastik-Proben von der Meeresoberfläche entnommen und geschätzt, dass mehrere hunderte Tonnen von Plastikmüll dort schwimmen, aber dass die konzentrierte Menge Abfall am Boden noch viel höher ist. Der zurückgelegte Weg dieses Plastikmülls wurde mit Hilfe von 17.000 Bojen mit integrierten Sensoren verfolgt. Die per Satellit übertragenen Daten erlauben die Bestätigung, dass diese Verschmutzung im Norden durch die „Thermosaline Zirkulation“ hervorgerufen wird: Eine große Strömung, die als „Förderband der Ozeane“ bekannt ist. Sie ist verantwortlich dafür, dass eine große Bewegung von warmem Wasser nach Norden (unter anderem der Golfstrom, der Nordwesteuropa und die Britischen Inseln ein mildes Klima bringt…) stattfindet. Diese reguliert das globale Klima und die Sauerstoffversorgung im Ozean, sowie die Verteilung der Nährstoffe.
 
Die Plastikverschmutzung in den Meeren ist nicht lokal eingeschränkt, sondern verbreitet sich weltweit durch Strömungen. Die Forscher gingen bisher davon aus, dass fast geschlossenen Meere wie das Mittelmeer, einen übermäßigen Anteil an Plastikabfall aufweisen, aber mit solch einer Ansammlung war bisher nicht zu rechnen. Dass diese auch noch in polaren Breiten gefunden werden, kam dann doch etwas überraschend. Aus den gesammelten Proben konnte man schließen, dass wegen der vorhandenen Bestandteile im Plastikmüll, dieser aus sehr weit entfernten Quellen (einschließlich der nordwestlichen Ufer von Europa inkl. Großbritanniens und der Ostküste der USA) stammen muss.
Nach der Veröffentlichung der Arbeit dieser Forscher, weist alles darauf hin, dass die möglichen Auswirkungen dieser Verschmutzung, in dem einzigartigen und sehr empfindlichen arktischen Ökosystemen, sehr besorgniserregend sind und mit ungeahnten Auswirkungen für die alle dort befindlichen Lebewesen gerechnet werden muss.