Eine neue Massenflucht kann nach Europa ausgelöst werden wegen neuer Hungerkrisen

Eine dramatische Hungerkrise spielt sich im Nordosten Nigerias ab. Eine Drohende Massenflucht wird von Experten demnächst wieder in Richtung Europa erwartet .

Von Edgar Schülter

«Wenn wir das jetzt nicht in den Griff bekommen, ist meine große Angst, dass Zehntausende Richtung Europa aufbrechen werden», sagt die nigerianische Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Ayoade Alakija. Es fehlt an allen nötigen Mitteln um den Betroffenen zu helfen, eine Krise von unbekanntem Ausmaß erfährt diese Region zur Zeit nämlich.

Alleine wegen den Terror, ausgelöst von Boko Haram, sind in diesem Gebiet zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten von ihnen sind innerhalb Nigerias geflüchtet und ein Zehntel sucht Schutz in den Nachbarländern. Den Menschen im Nordosten müsste jetzt rasch geholfen werden, fordert Alakija. «Sonst lassen wir ihnen kaum eine andere Wahl, als das Land zu verlassen.»

«Momentan gibt es zwar viele nigerianische Migranten, die nach Europa wollen, aber sie kommen hauptsächlich nicht aus dem Nordosten», erklärt der stellvertretende Koordinator für humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen, Peter Lundberg. «Aber es ist natürlich schwer zu sagen, was im schlimmsten Krisenfall noch passieren könnte. Wir bemühen uns darum, dass es erst gar nicht soweit kommt», so Lundberg weiter.

Belege zwischen einen Zusammenhang bei Ernährungsunsicherheit und Flüchtlingen zeigt eine neue Studie des UN Welternährungsprogramms. Und zwar um jeden Prozentpunkt, den sich die Lage verschlechtert, verleitet es weitere zwei Prozent der Menschen ihr Land verlassen. Alles Gründe dass, neue Fluchtbewegungen stattfinden werden.

Es werden 1,1 Milliarden Dollar nötig für den Hilfeeinsatz dieses Jahr. Bis jetzt hat man aber nur ein Drittel der notwendigen Unterstützung erhalten. Somit muss die Hilfe für 400.000 Menschen bereitgestellt werden. «Die Menschen werden in schrecklicher Not sein», warnt Lundberg. Nigerianer waren mit 46.000 Asylsuchenden die größte Gruppe die Hilfe in die EU gesucht haben, neben Eritreern und Somaliern.

Das Militär in Nigeria hat gute Erfolge erzielt im Kampf gegen Boko Haram. Doch in den befreiten Gebieten finden die Helfer eine dramatische Lage vor. Es fehlt auch an sanitären Anlagen, Trinkwasser, Unterkünften und medizinischer Versorgung.

«Es kann nicht mehr viel schlimmer werden», sagt Alakija. «Der nächste Schritt wäre, eine Hungersnot zu erklären.»

Ich denke man sollte sich überlegen ob es nicht besser ist etwas Geld auszugeben um den Menschen Vorort zu helfen, denn die Kosten, die damit verbunden sind mehr Migranten aufzunehmen, inklusive der ganzen soziopolitischen Probleme, die dadurch entstehen und die wir schon haben, sind viel höher.