Antarktis: Eisscholle steht kurz vor Abspaltung – Meeresspiegel könnte bis zu 10 cm steigen


Bild: Arktis CC0 Pixabay Public Domain

Eine Eisscholle ungefähr so groß wie das Saarland, hat eine sehr wichtige Funktion beim Zusammenhalt der ganzen Larsen C Plattform in der Antarktis. Diese steht jetzt kurz vor der Abspaltung.
Von Edgar Schülter
Eine der vier wichtigen großen Eisschollen auf der antarktischen Halbinsel Larsen C steht kurz davor, sich zu abtrennen und als Eisberg im Meer zu treiben. Dies zeigt eine neuentstandene tiefe Spalte, die nur noch 20 km Eis in Verbindung zur Halbinsel hinterlässt. Der Eisberg, fast so groß wie das Saarland, hat aber eine bedeutende Rolle die für den gesamten Zusammenhalt dieser Plattform zuständig ist.
Die Plattform selbst hat an die 50.000 Quadratkilometer. Die Auswirkung auf die Umwelt, durch die mögliche Fragmentierung, wäre um ein Vielfaches größer als bei den vergangenen Ereignissen – zum Beispiel beim Abriss von Larsen A im Jahre 1995 und Larsen B in 2002. Diese Zustände wurden festgehalten und dokumentiert.
Die Überwachung von Larsen C wird seit dem Sommer 2016 ununterbrochen, seit dem man einen beschleunigten Abbau entdeckt hat, durchgeführt. Seit Dezember 2016 hat der Hauptriss schon 21 Kilometer Abstand zur Plattform gewonnen. Somit geht man leider davon aus, dass die endgültige Trennung nicht mehr lange dauert.
Wenn der Eisberg sich dann trennt, wird sich die Plattform um 10 Prozent verkleinern. Larsen C mit 350 Meter Dicke hat aber eine wichtige Rolle an der östlichen Seite dieser Halbinsel. Er hilft den Fluss von Gletschern aufzuhalten – als eine natürliche Barriere. Das bedeutet: er schützt vor Eisflüssen, die sich dahinter befinden und vordringen wollen. Nach Schätzung der Spezialisten wird – falls diese Eisflüsse einmal durch Larsen C hin durchlaufen und dann ans Meer gelangen – das den Meeresspiegel auf der gesamten Welt um bis zu 10 cm steigen steigen lassen.