Der Lügenbaron und das Reich des Bösen

US-Präsident Donald Trump - Der Lügenbaron Bild: Flickr.com CC BY 2.0

Der neue US-Präsident ist bekannt dafür, dass er es mit der Wahrheit nicht sonderlich genau nimmt. Auf der Gegenseite beschimpft er aber die Presse die ihn kritisiert, als "Lügenpresse" ...

Rui Filipe Gutschmidt

Donald Trump machte nicht nur mit krassen Sprüchen und blankem, teils widersprüchlichem Populismus Kampagne, sondern behaarte stets auf einer Anti-Establishmentrede mit der er sich bei der alteingesessene Politikerkaste äußerst unbeliebt machte. Nicht nur bei der Demokratischen Partei, sondern auch bei der Partei, für die er antrat – den Republikanern – machte sich Trump viele Feinde.

Aber da, wo es drauf ankommt, wurde seine unorthodoxe Strategie größtenteils durchaus begrüßt. Die mächtigsten unter den US-Lobbys, die in Washington DC die Strippen ziehen, stehen hinter Donald Trump und ihr Präsident Münchhausen revanchiert sich in dem er sein Regierungsprogramm voll und ganz auf die Lobbyisten, die ihm dabei halfen ins Weiße Haus einzuziehen, ausgerichtet hat.

Nichts Neues? Eigentlich nicht, aber für einen, der vorgibt für den „hart arbeitenden Durchschnittsamerikaner“ regieren zu wollen und der behauptet hatte den korrupten Politmafiasumpf“ in Washington trocken zu legen, ist diese Vorgehensweise der Gipfel Verlogenheit. Dabei fragt man sich ja sowieso, wie ein Multimillionär, von dem bekannt ist wie er seine Millionen durch niedrige Löhne, unseriöse Geschäftsmethoden und dem typisch egozentrischen US-Kapitalismus gemacht hat, sich als „einer aus dem Volk“ verkaufen konnte, zumal er sein Vermögen geerbt hat.

Der pathologische Lügner, der im Wahlkampf auf Russlands Propagandamaschinerie gegen Hillary Clinton zählen konnte und bei einer Wahlkampfveranstaltung sogar Russlands Hacker dazu aufgefordert hat Clintons privaten E-Mail-Account zu hacken und zu Veröffentlichen, lässt sich von verschiedenen, teils widersprüchlichen Gruppierungen, unterstützen.

1.- Der „militärisch-industrielle Komplex“!

Die so bezeichnete Vernetzung zwischen den hohen Offizierspatenten der US-Streitkräfte und Rüstungsindustrie.

2.- Hydrogencarbonat-Lobby!

Die angebliche „Klimalüge“ und der Rückzieher aus dem Pariser Abkommen, ist nichts anderes als das Dankeschön für die Unterstützung und sicherlich auch das Versprechen für zukünftige Geschäfte der Familie Trump.

3.- Ultrakonservative, Tee-Party Bewegung, Anti-Sozialisten!

Diese Leute sind Moralisten, Homophobe, „Law and Order“ und Rachejustizanhänger. Todesstrafe, Chain-Gangs, Totales Drogen und Alkoholverbot haben sie sich auf die Fahnen geschrieben. Merkwürdigerweise gehen gerade diese Anti-Pornographie Fanatiker den abstrusesten Sexualpraktiken nach. Somit ist bei vielen die Moralistenmasche nur ein Deckmantel.

4.- Radikale Christen, Orthodoxe Juden. Religiöse Fanatiker aller Couleur – Ausnahme bilden Muslime!

Evangelisten, Freikirchen, katholische Splittergruppen, Kabbalisten, Mormonen und dergleichen mehr sehen (sahen) in Trump einen Verbündeten im „Kampf der Kulturen“, in ihrem Kreuzzug gegen den Islam und gegen „all die gottlosen Seelen“. Seine These vom Islam als „Religion der Gewalt“ wird in diesen Kreisen gerne gesehen. Dabei sind diese Leute genauso gefährlich wie die Islamisten, gegen die sie ihren Heiligen Krieg führen.

Bei den Juden ist es genauso und dass die USA weiterhin den Staat Israel, insbesondere die Konservativen, uneingeschränkt unterstützen, freut vor allem die radikalen Siedler im „Heiligen Land“.

5.- Nationalisten, Neo-Nazis, „White-Power“ und Ku-Klux-Klan, Rechtsextreme aller Art.

Diese Leute hätten sich mehr erwartet vom Donald. Doch trotz seiner „Mexikanischen Mauer“ und den Zuwanderungsrestriktionen sind sie von „ihrem Führer“ enttäuscht. Aber auch wenn der Münchhausen-Donald den Rechtsextremen nicht weit genug geht, so hat er doch viel Unglück über Einwandererfamilien gebracht. Das seine Vorfahren vor gar nicht langer Zeit selbst – aus Deutschland – einwanderten, scheint für unseren Lügenbaron kein Widerspruch zu sein.

6.- Neoliberale, Wall-Street Börsengurus, Banker, Spekulanten.

Die wahre Macht im Staat sitzt nicht – wie von Trump beschrieben – im „Washingtoner Politmafiasumpf“ - sondern im Bankenviertel von New York. Die Wall-Street verliert aber international immer mehr an Macht. „Amerika wieder Groß zu machen“ heißt für Trump, die alte Macht der Wall-Street Banker wiederherzustellen. Die Eigenschaft, die Präsident Trump dafür qualifiziert, ist seine Kapazität, das Blaue vom Himmel herunter zu lügen. In diesem Sinne, hoffe ich, dass Baron Münchhausen bald auffliegt – am besten auf einer Kanonenkugel.