USA glauben nicht an Al-Bagdahdis Tot

Abu Bakr al-Baghdadi - Bild Flickr.com CC BY-SA 2.0
Der US-Verteidigungsminister, Jim Mattis, sagte diesen Freitag, dass der spirituelle Führer des ISIS, Abu Bakr al-Baghdadi, seiner Meinung nach noch lebt. Doch damit bezeichnet er die russischen Militärs und das „Syrische Observatorium für Menschenrechte“ als Lügner.

Rui Filipe Gutschmidt

Ich denke er lebt und ich glaube, dass wir anderenfalls schon wüssten, dass er getötet wurde“, sagte Mattis diesen Freitag. Al-Baghdadis Tot wurde am 22. Juni vom syrischem Staatsfernsehen bekannt gegeben. Der selbsternannte Kalif des Islamischen Staates (Daesh, in der arabischen Bezeichnung), wurde 2014 schon oft für Tot erklärt, was sich aber immer als Gerücht entpuppte.

Nach dem Fall von Mossul hat der IS sein religiöses Zentrum verloren. Der Ort, an dem al-Baghdadi sich zum Kalifen ausriefen lies und an dem der IS zum Kalifat erklärt wurde, ist jetzt wieder in den Händen der irakischen Regierung und seither ist Raqqa das Hauptquartier der Islamisten. Bei den Bombenangriffen auf die Stadt durch die syrische und russische Luftwaffe, soll der „Kalif“ und eine ganze Reihe seiner Anhänger also getötet worden sein.

Anfang Juli bestätigte das Syrische Observatorium für Menschenrechte das Ableben des Führers von Daesh, nachdem sie Intel aus dem befreitem Mossul erhielten. Somit werden die Menschenrechtler, Russen und Syrer von Jim Mattis als Lügner bezeichnet. Ohne Beweise – sein letztes Lebenszeichen war eine Audi-Aufnahme vom November 2016 – ist die Stellungnahme des US-Verteidigungsministers nur eine dumme, kindische Provokation gegenüber Russland. Leider nichts neues in der Administration Trump... Eben eine Ansammlung diplomatischer Trampel im politischen Porzellanladen.