Venezuela aktiviert Verteidigungsrat – Wird das Land zu Südamerikas Syrien?

Gewalt in Venezuela - Flickr.com CC BY 2.0
Donald Trump drohte Venezuela mit weiteren Sanktionen, Abgeordnete in Kolumbien wollen Intervention der OAS und der venezolanische Präsident Nicolas Maduro reagiert, in dem er den Verteidigungsrat einberuft. Das Referendum, Protestaktionen oder der Hubschrauberangriff auf Regierungsgebäude, provozieren die Regierungsanhänger zu Gewaltakten – mit Erfolg. Wie lange noch bis es richtig knallt?

Rui Filipe Gutschmidt

Venezuela ist kein Land des Friedens und harmonischen miteinanders. In dem Land herrscht Chaos, Gewalt, das Gesetz des Stärkeren! Aber das Ganze hat System. Die Opposition hat die Unterstützung der USA, dessen Öl-Konzerne seit ihrer Enteignung durch Präsident Maduros Vorgänger Hugo Chavez alles daran setzten die linke Regierung im Land zu Entmachten. In Laufe des Machtkampfes zwischen Links und Rechts baute sich eine Radikalisierung auf, die unweigerlich in den Bürgerkrieg führt. Doch statt mäßigend auf die Konfliktparteien einzuwirken, beteiligt sich ein Großteil der Internationalen Gemeinschaft an Sanktionen gegen das Land und übt dadurch noch größeren Druck aus. Die Gewalt ist ein Reflex dieses Drucks, wie auch jetzt wieder klar wird...

Nach den jüngsten Aussagen der USA, die mit weiteren wirtschaftlichen Sanktionen drohen, hat Nicolas Maduro den Verteidigungsrat einberufen. „Ich habe beschlossen, den Verteidigungsrat einzuberufen, um voll und ganz auf die imperiale Bedrohung zu antworten“, schrieb Maduro bei Twitter. Laut Venezuelas Präsident, wird Caracas „entschieden reagieren um das historische, anti-imperialistische Erbe Venezuelas schützen“, da das vereinte venezolanische Volk „unbesiegbar ist“. Dummerweise ist „sein Volk“ alles andere als einig.

Es geht ein tiefer Spalt durch die Gesellschaft bei der zwischen 30 und höchstens 40 Prozent noch hinter Maduro stehen. Natürlich verstehen die wenigsten derer, die auf den Straßen von Caracas und anderer Städte ihr Leben riskieren, dass sie das Land und dessen Rohstoffe für die US-Konzerne der Wallstreet „befreien wollen. Wäre das nicht der Fall, dann würden Maduros Anhänger wohl selbst gegen die Misswirtschaft protestieren. Leider haben wir in dem rohstoffreichem Land nichts weiter als einen Kampf zwischen einer korrupten Bande, die sich auf Grund der Angriffe aus Nordamerika die Regierung und den gesamten Machtapparat sichern konnte und einer Opposition, die von der US-Rohstofflobby gesponsert wird und die deren Interessen vertreten.

Das Volk“ wird von der Propaganda beider Seiten eingelullt und merkt dabei nicht, dass es schamlos ausgenutzt wird. All die Sanktionen, der niedrige Ölpreis, das Chaos bewirkt einen Hass auf die Regierung, der gewollt ist, provoziert wird. Genau wie die Armut absichtlich gefördert wird, um der Regierung die Schuld zu geben, so wird auch die Gewalt – von beiden Seiten – gefördert, um der Gegenseite die Schuld am Blutvergießen zu geben. Erst gestern starben wieder drei Menschen bei einer Demo. Das Ziel ist der Bürgerkrieg und dann eine Intervention der OAS (Organisation Amerikanischer Staaten). In dem Fall kann Europa – vor allem Portugal und Spanien – sich auf eine Flüchtlingswelle vorbereiten.