Venezuela – Wahltag im Chaos, aber noch kein Putsch und kein Krieg

Chaos in Venezuela Screenshot Youtube


Die Wahl zur Verfassungsgebenden Nationalversammlung in Venezuela lief Präsident Nicolas Maduro ganz nach Plan. So meinte die Regierung, dass 41 Prozent der venezolanischen Bevölkerung gewählt habe. Die Opposition hingegen spricht von 7 Prozent. Wer leidet ist die Bevölkerung!

Von Rui Filipe Gutschmidt

Für die Menschen in Venezuela wird es langsam unerträglich. Zwischen den beiden Lagern gefangen und nicht nur unter der Gewalt in dem südamerikanischem Land, sondern auch unter dem Mangel an wichtigen Konsumgütern, leidet ein großer Teil der Bevölkerung. Nur wer sich der einen oder anderen Seite anschließt, der wird mit allem versorgt. Kein Wunder also, dass Milizen und Streetgangs die Supermärkte plündern und alles klauen wessen sie habhaft werden können. Polizeischutz? Den muss man bezahlen und selbst das ist keine Garantie für Sicherheit.

Doch das Chaos im Land nur der einen oder der anderen Seite zuzuschreiben wäre zu simpel. Die westlich orientierten Mainstream-Medienlandschaft beschuldigt Nicolas Maduro und seine Regierung, die Verantwortung für die marode Wirtschaft zu tragen. Sie lassen dabei meistens außen vor, dass die US-Rohstofflobby in Verbindung mit der alten Machtelite, dem Geldadel und allen die bei der Verstaatlichung der Ölproduktion unter anderem mehr, große Verluste erlitten, die Opposition finanzieren um an die Öl- und Gasreserven des Landes zu kommen.

Obwohl man weiß, wie sehr die Lobbys der US-geführten Großkonzerne und ihre korrupten Handlanger in Süd- und Mittelamerika für die Plünderung und Ausbeutung der Ressourcen dieser Länder verantwortlich sind und wie skrupellos mit der Bevölkerung und Umwelt umgesprungen wird, scheinen die Menschen bei uns im Westen vom Mythos der „für Demokratie und Menschenrechte kämpfenden Opposition“ überzeugt zu sein. Die Propaganda muss hier die Verbrechen dieser Leute nur verstecken und auf der anderen Seite zeigen, was Nicolas Maduro veranstaltet.

Denn ja, Maduro ist zweifellos ein Despot und ein Möchtegern-Diktator, dem seine Machtposition zu Kopf gestiegen ist. Doch seine Paranoia kommt nicht von ungefähr. Schon unter Hugo Chaves war das Land im Visier der USA und die Beispiele der Nachbarstaaten, bei dessen Präsidenten es zu mysteriösen Krebsfällen kam, machten den Chaves Nachfolger ein wenig übervorsichtig, wenn es um die USA und vor allem wenn es um die CIA geht. Chaves selbst starb auf mysteriöse Weise und von da ab geriet das Land immer mehr unter Druck. Inflation, Wirtschaft, Kredite und jetzt noch Donald Trump und seine ganz offiziellen Sanktionen.


In der Mitte, wie gesagt, ist das einfache Volk. Von zwei Gruppen, die um das Geld und die Macht ringen, eingeschlossen und von der Weltgemeinschaft im Stich gelassen. Schade, dass diese nicht in der Lage sind ihre eigene Lobby zu bilden. Aber das geht wohl vielen so, die zwischen die Fronten geraten sind. Hier ist zumindest noch kein Krieg ausgebrochen. Wollen wir hoffen, dass es dabei bleibt.