64-Stundenwochen in Bangladesh – Kinderarbeit in der Textilindustrie


Eigentlich sollten Kinder zur Schule gehen, hier aber wird hart gearbeitet, stundenlang ohne Pausen, damit Großmarken der Internationalen Mode ihre Läden voll bekommen. Die „Grünen Labels“ könnten aber eine humane Alternative werden.
Von Edgar Schülter
Nach einer Studie der Organisation „Overseas development institute“, sind besorgniserregende Zahlen über die geleistete Kinderarbeit in Bangladesh veröffenticht worden. Viele der wichtigsten Textilkonzerne der internationalen Mode beschäftigen schon Kinder ab den sechsten Lebensjahr. Nach dieser Studie gehen 15 Prozent dieser Kinder im Alter von zwischen 6 bis 14 Jahren nicht zur Schule und arbeiten dafür in den Fabriken. Über den 14. Lebensjahr gehen die zahlen sogar über 50 Prozent.   
Sehr oft erreicht die wöchentliche Arbeitszeit 64 Stunden obwohl das Gesetz in Bangladesh nur 42 Stunden erlaubt.
Eine Umfrage, welche bei cirka 2700 Familien in der Hauptstadt Dacca durchgeführt wurde, ergab dass zwei von drei Mädchen in der Textilindustrie arbeiten. Diese bieten die besten Bezahlungen im Gegensatz zu anderen Bereichen. Getrieben von Armut bleibt den Familien leider nichts anderes übrig, als ihre Kinder zur Arbeit zu schicken anstatt zur Schule. Leider werden die Kinder so um ihre Zukunft gebracht. 

Der blanke Horror verbirgt sich hinter unseren Textilien

Laut Angaben von greenme.com sind in Bangladesh 7000 Fabriken, welche nicht auf sicherheitstechnischen Maßnahmen kontrolliert werden. Sprich, es gibt keine Notausgänge oder gar Feuerlöscher. Die Arbeitsbedingungen für die Kinder sind sehr schlecht. Schlechtes Licht, mangelnde Hygiene oder Staub und Lärm machen den Kindern zu schaffen. Die Löhne sind dabei ebenfalls nicht berauschend, denn mit gerade mal 800 Taka im Monat entspricht das gerade einmal ungefähr 10 US-Dollar.
Die UNICEF rechnet hier mit ca. eine Million Kinder, die in Bangladesh unter diesen Bedingungen leiden. Die inoffizielle Zahl liegt weitaus höher.
Dennoch gibt es zum Glück schon Ansätze zu sogenannten „Grüne Marken“.  Hier sollen bewusst nur Produktionen bevorzugt werden, die statt schlechte Löhne und Kinderarbeit auf faire Herstellung und Verarbeitung wert legen. Sprich Unternehmen die zertifiziert und Mitglied in der „Fair wear foundation“ sind. SOS Kinderdörfer zu helfen.
In machen Produkten ist sogar schon eine Spende mit eingebunden. Der Käufer trägt somit gleich dazu bei, z.B. SOS Kinderdörfer zu helfen.