Angola – Wahlen bestätigen Kontinuität. MPLA bleibt an der Regierung

Angolas Parlament Bild-David Stanley Flickr.com CC BY 2.0

Die Angolaner scheinen keine zu großen Veränderungen zu wollen. José Eduardo dos Santos, noch Präsident des Landes, tritt nach über 40 Jahren an der Macht nicht mehr an, doch der von ihm designierte Nachfolger, João Lourenço, wird wohl kaum etwas verändern.


Von Rui Filipe Gutschmidt

Die Machtelite Angolas ging aus den blutigen Konflikten hervor, die Angola zwischen den 60er und 90er Jahren heimsuchten. Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges übernahm die MPLA mit Agostinho Neto als ersten Präsidenten die Alleinherrschaft im jetzt unabhängigem Angola und löste so einen Bürgerkrieg aus. 1977 übernahm José Eduardo dos Santos das Amt und sein Familienclan führte das Land durch das dunkelste Kapitel seiner Geschichte – den Stellvertreterkrieg mit Kuba und der UdSSR auf der Seite der MPLA gegen die USA und Südafrika auf Seiten der UNITA unter Jonas Savimbi.


Die Geschichte Angolas hat noch weitere filmreife Wendungen, aber letztlich lief alles darauf hinaus, dass Angola vom dos Santos Familienclan dominiert wird. Das Land ist sehr reich an Erdöl, Gold und Diamanten, doch leider dominiert die milliardenschwere Parteispitze der MPLA, mit dem dos Santos-Clan im Mittelpunkt, die gesamte Wirtschaft des Landes. Ihr Reichtum beruht dabei nicht nur auf dem Ausverkauf der Rohstoffe Angolas, sondern auch auf der alles umspannenden Korruption.


So werden diese Leute, die jetzt auch weiterhin das Sagen in Angola haben, auch nach wie vor die Rohstoffe des Landes verscherbeln und einen nicht unerheblichen Teil davon in die eigene Tasche stecken. Das Volk in Angola ist längst nicht so weit wie die Brasilianer, um gegen die Korruption auf die Straße zu gehen. Käuflichkeit gehört hier leider zum Alltag und man sieht eine Einstellung der Gleichgültigkeit in der Bevölkerung, die sich größtenteils damit abgefunden hat, dass die Mächtigen alles bekommen.


So lässt sich denn auch das Wahlergebnis erklären, dass noch nicht offiziell ist:
MPLA (marxistischer Ursprung, jetzt Partei der Machteliten)
  • 64-68 Prozent
UNITA (wirtschaftsliberale Partei die aus der gleichnamigen, von den USA geförderten, Rebellenorganisation hervorging)
  • 24-27 Prozent
CASA-CE (Koalition für die Demokratisierung und Anti-Korruptionsbündnis)
  • 8-10 Prozent
FLNA (ehemalige Rebellenorganisation)
  • 1 Prozent
PRS
  • 1,4 Prozent
APN
  • 0,5 Prozent



Erst wenn das genaue Ergebnis feststeht und alle unregelmäßigen Vorfälle und Reklamationen ausgewertet wurden, wird sich zeigen, ob die MPLA die 2/3 der Sitze bekommt, die es ihnen ermöglicht, wie bisher auch, die Verfassung zu ändern. Es wäre für die Opposition schon von Vorteil, wenn dies verhindert werden kann. Auch die Justiz, Presse und öffentliche Postenvergabe hängen stark von der 2/3-Mehrheit ab. Aber man kann jetzt schon sagen, dass Angola weiterhin dem dos Santos-Clan gehört, der sich auch in Brasilien, Spanien und vor allem in Portugal schon kräftig eingekauft hat. Mit Isabel dos Santos, Tochter des Ex-Präsidenten, liegt die wahre Macht bei der reichsten Frau Afrikas...!