Berliner Betriebe erhalten Ladesäulen zur Förderung von E-Autos

Elektroautos Pixabay CC0 Publci Domain
Um mehr Elektroautos auf die Straße zu bekommen, will der Berliner Senat Unternehmen bei der Einrichtung von Ladesäulen unterstützen. Aber wird die Nutzung von E-Autos absichtlich verlangsamt seitens der Autoindustrie?

Von Edgar Schülter

Wir wollen mit einem einstelligen Millionenprogramm für die Ladeinfrastruktur vor allem für die Betriebshöfe von Unternehmen, vom Handwerker über den Pflegedienst bis hin zum Taxi starten“, sagte Ramona Pop, die grüne Wirtschaftssenatorin in einen Interview mit der Berliner Morgenpost.

Gerade beim Diesel-Skandal und dessen Fahrverbot entsteht hier ein neuer Bedarf, vor allem bei den Gewerbeflotten. Jedoch kostet eine Schnellladesäule 50 000 Euro das kann sich nicht jeder Betrieb leisten, denn hier haben die Dienstwagenflotten von Unternehmen und deren Mitarbeiter die Priorität. Sollten aber Ladesäulen auf Firmenparkplätzen stehen, könnte der Kauf eines E-Autos reizvoller werden.

Die deutsche Post ist jetzt schon erfolgreich mit ihrem Elektrolieferwagen „Street-scooter“ und sie möchten gar expandieren. Dagegen wäre es weniger profitabel für Baufirmen, da es für deren Fahrzeuge noch keine E-Modelle gibt.

Zur Zeit kommen in Berlin auf 700 Fahrzeuge nur ein elektrisches Auto. Im Januar waren es immerhin 1.700 E-Autos, die angemeldet waren. Dafür gibt es augenblicklich 350 Ladesäulen zum aufladen. Geplant sind noch zusätzliche 350 Ladesäulen.

Kartellabsprachen sollen die Nutzung von E-Autos verhindert haben

Unter den Senatoren fährt keiner einen emissionsfreien Wagen. Das soll damit zusammenhängen, dass die Leasingverträge sehr günstig ausfallen für die nicht umweltfreundlichen Verbrenner. Hier sieht aber die Senatorin die Verantwortung bei der Autoindustrie, die wie Sie sagt: „Jahre lang verschleppt, betrogen und manipuliert hat.“

Es soll sogar Kartellabsprachen gegeben haben zur Verhinderung der Elektromobilität. Es kann kein Zufall sein, dass es keinen Elektrobus für Handwerker, keinen tauglichen Elektro-Sprinter und auch keinen familientauglichen Elektro-Pkw gibt“, so die Senatorin weiter, die ebenso das Fahrverbot kritisiert: "Dann würde man den Bock zum Gärtner machen. Dann würde man den Handwerker unter Druck setzen, aber nicht die Automobilindustrie. Vielmehr brauche es eine Plakette, die besonders dreckige Diesel-Fahrzeuge aus der Innenstadt ausschließe...“.

Die SPD fordert dagegen in der Debatte um Diesel-Abgase und die drohenden Fahrverbote, eine Quote für E-Autos innerhalb der EU, doch die (Auto?)Kanzlerin Angela Merkel lehnt solch eine Quote ab. Ihr zufolge ist der Vorschlag nicht richtig durchdacht. Deutschland fördert zur Zeit den Kauf von E-Autos nur mit Kaufprämien.