Einmischung in Bundestagswahlkampf - Erdogan habe „jedes Maß verloren“

Erdogan Pixabay CC0 Public Domain
Wir erwarten von ausländischen Regierungen, sich nicht in unsere inneren Angelegenheiten einzumischen“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Türkischstämmige Wähler in Deutschland wurden von Erdogan dazu aufgefordert, nicht CDU, SPD oder Grüne zu wählen.

Von Edgar Schülter

Erdogan wollte, dass die Türken in Deutschland keiner der oben genannten Parteien wählen, da diese feinde der Türkei seien. Die SPD und CDU machten Stimmung gegen die Türkei nur um Wähler zu gewinnen. „Ich rufe daher alle meine Bürger in Deutschland auf, sie niemals zu unterstützen. Weder die CDU, noch die SPD oder die Grünen“, sagte Erdogan.

Gebt den politischen Parteien Unterstützung, die der Türkei nicht feindlich gesinnt sind“, so Erdogan weiter. Es handele sich „für meine Bürger in Deutschland“ um eine Frage „der Ehre“. Er erwarte, dass die Türken „den Parteien eine Lehre erteilen, die der Türkei keinen Respekt entgegenbringen“.

Dabei nannte aber Erdogan keine Alternative denn eigentlich stehen die FDP, AFD und die Linken ja auch der türkischen Regierung kritisch gegenüber. Bleibt wohl nicht mehr viel zum wählen übrig für die rund 1,25 Millionen wahlberechtigten Deutsch-Türken, von denen viele Erdogan und die islamisch-konservative AKP unterstützten.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel warf Erdogan einen Eingriff in die Souveränität Deutschlands vor. Er forderte alle dazu auf dem Versuch die Menschen hier im Land aufzuhetzen entschieden entgegen zu treten. SPD Kanzlerkandidat Martin Schulz sagt hierzu, Erdogan hätte „jedes Maß verloren.“

CSU Generalsekretär Andreas Scheuer wird da energischer und sagt: „Der Bosporus überschreitet seine Grenzen!“ Erdogan versuche die Deutsch-Türken zu seiner fünften Kolonne zu machen. Die Kurdische Gemeinde in Deutschland sprach von einer „Unverschämtheit ohnegleichen“.

Die deutsch-türkischen Beziehungen sind schon seit Monaten nicht die Besten. Auch wegen der Inhaftierung von zehn Deutschen in der Türkei, Zu denen auch der der Journalist Deniz Yücel und der Menschenrechtsaktivist Peter Steudner zählen.