Hamburger Messerattacke – das Versagen der Behörden. Doch was tun?



Das Motiv des Messerstechers von Hamburg-Barmbek ist bislang noch nicht bekannt. Für manche ist es klar, dass es ein islamistischer Terrorakt war, andere glauben an einen psychisch gestörten Täter. Wahrscheinlich trifft beides zu. Die Behörden haben versagt, doch auch die Gesellschaft kann mehr tun...


Von Rui Filipe Gutschmidt

Die „Messerattacke von Hamburg“ reiht sich in eine ganze Serie von von Zwischenfällen ein, bei denen ein oder mehrere Täter mit alltäglichen Gegenständen, wie Küchenmesser oder einem Beil, auf Passanten losgehen. Ahmad A. ist einer von vielen die, aus welchem Grund auch immer, mit einem Messer auf Leute einsticht, die er nicht kennt und die ihm nichts getan haben.


Was auch immer der 26-jährige Palästinenser sich gedacht haben mag, als er sein Messer in dem Supermarkt zückte und als er dann „Allahu Akbar“ rufend wahllos auf Menschen einstach die ihm zu nahe kamen, es waren keine Gedanken eines gesunden Verstandes. Für eines seiner Opfer kam jede Hilfe zu spät und 7 weitere wurden teils schwer verletzt, weil Ahmed eine kranke Psyche hat und weil niemand handelte.


Das Versagen der Behörden


So sitzt der „Ausreisepflichtige“, 29-jährige Palästinenser jetzt in U-Haft, statt in einem Flugzeug zurück in die Vereinigten Arabischen Emirate. So hätten die Behörden von seiner Radikalisierung gewusst, weshalb Polizei und Verfassungsschutz ihn unter Beobachtung hatten, so zumindest Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD). Er sei außerdem psychisch labil. Doch Nana Frombach, Oberstaatsanwältin von Hamburg gab noch an, dass der Generalbundesanwalt in Karlsruhe noch prüft, ob er diesen Fall an sich zieht.


Das Landesamt für Verfassungsschutz wollte noch ein psychiatrisches Gutachten zu Ahmed erstellen zu lassen. Doch dazu waren sie nicht schnell genug. Deshalb müssen sich die Behörden die Frage nach ihrem Versagen in diesem Fall schon gefallen lassen. Deshalb, und auch weil sie einen bekannten Islamisten nicht direkt in ein Flugzeug nach Dubai gesetzt haben. Man hatte ihn bereits zum Verlassen des Landes aufgefordert. Das er „keine Papiere hatte“ sollte kein Hindernis darstellen. Warum macht man einfach welche? Provisorische ID-Card, nur für die Abschiebung – naja, der Amtsschimmel eben!


Das ein Islamist, mit beschlossener Abschiebung und psychischen Problemen gefährlich ist, scheint dem Verfassungsschutz nicht einzuleuchten? Nun, mir schon. Ich bin gegen das wahllose Abschieben von Menschen, deren einziger Wunsch darin besteht in Frieden leben und arbeiten zu können. Aber Leute die gefährlich sind? Sofort ausweisen! Nicht nur, dass diese Leute allgemein Schaden verursachen, sie sorgen auch dafür, dass allen Hilfesuchenden, vor allem denen aus muslimischen Ländern, das Stigma des Islamisten, des religiösen Fanatikers, ja sogar des Terroristen anhaftet.


Deshalb sei hier nochmals erwähnt, wer dem Spuk in Hamburg ein Ende bereitet hat. Unter anderen traten ihm ein Türke und ein Perser entgegen, bewarfen ihn mit Stühlen und verhinderten so schlimmeres. Soviel also zum Thema Muslime. Das Problem ist also keineswegs der Islam. Diese Religion kann genauso missbraucht werden wie jede andere auch. Hier werden psychisch gestörte Menschen, die sich in unserer Gesellschaft abgelehnt fühlen, manipuliert und für machtpolitische Ziele missbraucht.


Erst wenn keiner mehr einen Grund darin sieht, auf eine derart radikale Weise auf die Missstände unserer Welt aufmerksam zu machen, werden wir weniger davon zu sehen bekommen. Derzeit aber sind so viele Menschen ohne Hoffnung, ohne einen Sinn im Leben zu sehen, dass es Islamisten und Rechtsextremen gleichermaßen leicht fällt verlorene Seelen einzusammeln und diese für ihre persönliche Machtbereicherung zu missbrauchen.


Wer aber meint, wie es manche extreme Pazifisten glauben, dass man alle aufnehmen kann die zu uns kommen, wenn man sie nur richtig integriert, der vergisst dabei, dass es unter anderem zur Strategie des Daesh gehört indoktrinierte „Schläfer“ einzuschleusen. Außerdem gibt es zu viele Hürden und vor allem Interessensgruppen, die eine erfolgreiche Integration und einen Wiederaufbau der Ursprungsländer der Flüchtlinge verhindern wollen. Demnach muss die Gesellschaft – wir alle – mithelfen die Menschen zu integrieren, die das auch wollen und gleichzeitig müssen wir achtsam sein und mit der Polizei zusammenarbeiten, wenn wir etwas verdächtiges bemerken. Denn nur so kein ein Versagen der Behörden, wie bei der „Messeratacke von Hamburg-Barmbek“, vermieden werden.


Sehen sie dazu das Video: