Portugals und Europas Brände Teil 2 – Was tun? Vorschläge zum Stoppen des Feuers

CWFS - Löschtechnik Beladen eines Flugzeugs mit den Lösch-Containern 

Nach dem ich gestern die Mafia des Feuers bloßstellte, indem ich den Beitrag des Kollegen vom Expresso und SIC übersetzte, zeige ich heute mögliche Lösungen auf. Wieder nehme ich Referenz auf den Beitrag von José Gomes Ferreira und ergänze seine Vorschläge mit eigenem Wissen.


Von: Rui Filipe Gutschmidt


Portugal brennt, seit Wochen, Monaten, Jahr für Jahr und die Politik scheint mehr damit beschäftigt, eine angebliche „Panik“ zu vermeiden, die von der übertriebenen Berichterstattung ausgeht. Auch würden die Fernsehbilder einen Anreiz für Pyromane darstellen. Ja, die Berichterstattung ist umfangreich, da alle Sender rund um die Uhr Live von den größten Bränden berichten, und ja, für einen Pyromanen ist es ein Anreiz weitere Brände zu legen.


Es ist aber auch ein Anreiz damit zu prahlen und somit erwischt zu werden, bevor er weiteren Schaden anrichten kann. Andererseits ist es ebenso ein Anreiz für alle möglichen Menschen, um zu helfen. Ohne Berichte über die Feuer, die Portugal besonders hart treffen, wären die Hilfsangebote aus aller Welt, besonders aber aus Europas Norden, nicht in diesem Maß möglich. Die internationale Solidarität kann nur funktionieren, wenn die Menschen darüber informiert sind, dass die Hilfe nötig ist.


So gab es also verschiedene Hilfsangebote aus dem Ausland, zu denen auch innovative Löschverfahren gehören. Doch zunächst einmal, wie versprochen, hier einige Lösungsvorschläge von José Gomes Ferreira, der nochmals wiederholte:


Es gibt eine Industrie des Feuers in Portugal, dessen Agenten nicht einer gemeinsamen Struktur Folge leisten aber die das gleiche Ziel haben – den Wald zu zerstören, weil sie davon Profitieren. Merkwürdiger Weise macht der Staat nicht was er machen könnte und sollte:


  1. Die Brandbekämpfung aus der Luft so schnell wie möglich selbst zu übernehmen. Die Mittel für den Kauf erhält man indem, falls nötig, bestehende Verträge für Anschaffungen von militärischem Gerät suspendiert werden.
  2. Die militärischen Kräfte in den Wäldern des Landes in einer Mission der Beobachtung, Früherkennung und der schnellen Brandbekämpfung, den ganzen Sommer über einzusetzen.
  3. Das Strafmaß für Brandstiftung deutlich erhöhen und die Motive für die Tat gründlicher zu untersuchen.
  4. Jegliche Bebauung auf Waldgrundstücken, auf denen es gebrannt hat, auf die gesetzlich vorgesehenen Jahre hinaus rigoros verbieten.
  5. Einen Anreiz für die Säuberung der Grundstücke schaffen, indem trockenes Laub, Hölzer, (Dornen)Büsche und so weiter, von Thermalkraftwerken angekauft werden, die zu diesem Zweck geschaffen werden.
  6. Und natürlich die Feuerwehren weiterhin mit allen Mitteln unterstützen.“
Weiterhin sagt Ferreira noch, dass man mit diesen einfachen aber sinnvollen Mitteln, Portugal davor bewahren kann bald wie der Norden Afrikas auszusehen. Dabei hat er die kahlen Landschaften Marokkos im Sinn, denen Portugals Landstriche in 20 Jahren zum Verwechseln ähnlich sein werden, wenn nichts geschieht.


Bis Anfang der letzten Woche waren schon 138.000 Hektar Wald- und Buschland abgebrannt. Es ist die größte Fläche in Europa, mit rund einem Drittel der Gesamtfläche die in der EU dieses Jahr abbrannte.
Am Wochenende brannte es in Grândola, Abrantes, Coimbra, Covilhã... Schlimmer war es nur 2016 und leider hat die Waldbrandsaison noch lange kein Ende.


Doch neben den Vorschlägen des Kollegen, der mir von der Seele spricht, habe ich noch das strikte Eukalyptusverbot vorzuschlagen. Am wichtigsten aber scheint mir Punkt 1 seiner Lösungsansätze zu sein. Portugal muss die Brandbekämpfung aus der Luft selbst übernehmen. Dazu hat Schmidt Brandschutz- und Löschtechnik ein Angebot, dass sie der Regierung in Lissabon unterbreiten werden. Ein Löschverfahren, dass sowohl innovativ, wie auch kostengünstig ist und dem Land die Autonomie in Sachen Brandbekämpfung aus der Luft garantiert. Durch den nicht-lukrativen Charakter des Angebots fällt auch die Bereicherung privater Unternehmen auf Kosten des Feuers und damit auch die Versuchung Brände zu legen um sie dann gewinnbringend löschen zu können, weg. Ich sage nicht, dass dies der Fall ist, aber die Möglichkeit besteht. Das CWFS-Verfahren wäre jedenfalls eine Bereicherung für Portugal.