„Wir wollen den Wald retten“ - Startschuss für neues Löschverfahren in Portugal

H. Schmidt und F. Lourenço Bild R.F. Gutschmidt
Die Brandbekämpfung in Portugal und anderen Ländern Südeuropas ist laut Herbert Schmidt, dem Erfinder des CWFS Löschverfahrens, in der Zeit stehen geblieben. Vor einem Jahr reagierte Schmidt auf einen Artikel über Russlands Hilfe und dem Versagen der EU bei den verheerenden Bränden in Portugal, mit Fassungslosigkeit. Seither arbeitet er darauf hin, sein Verfahren für Portugal bereitzustellen. Gestern viel der Startschuss im brennenden Castelo Branco, Portugal.

Rui Filipe Gutschmidt

Die Medien zeigen den Menschen was in der Welt passiert. Mag sein, dass viele Informationen manipuliert, nicht objektiv oder sogar gelogen sind. Doch darum geht es hier nicht. Hier geht es um einen Autor der in seinem Artikel eine katastrophale Situation beschrieben hat und einen Leser, dem dieser Beitrag unter die Haut ging und der daraufhin den Beschluss fasste zu handeln.

Auf den ersten Hilferuf habe ich Rui Filipe Gutschmidt am 17. August 2016 geantwortet.“, so Herbert Schmidt, der Erfinder des CWFS Systems. „Nun sind wir genau ein Jahr weiter und die schreckliche Bilanz beläuft sich auf 64 tote Zivilisten, ein toter Pilot, Totalverlust eines Hubschraubers, Wälder, Farmen und Häuser. Das Feuer hinterließ nur eines – zirka 250.000 Hektar verbrannter Erde!“, so Schmidt weiter. Dabei hat dieser Mann genau die Lösung, die wir in Portugal, Südeuropa, ja eigentlich überall auf der Welt, brauchen.

Viele Leute haben von dem Verfahren gehört und einige von ihnen befürchten natürlich, dass ihnen das Geschäft vermasselt wird. Herr Schmidt unterstrich noch, dass „das CWFS Verfahren ist nach Meinung vieler Experten die Lösung für Portugal, die EU und NATO Partner die bereits auch schon in Flammen stehen.“ Doch der Druck, der von der Öffentlichkeit gemacht wird, kann entscheidend dafür sein, ob dieses Projekt jetzt die Unterstützung der Politik bekommt und ob die EU-Mittel, die für die Portugalhilfe bereitgestellt wurden, spezifisch für dieses Projekt beantragt werden.

Mondlandschaft nach Großfeuer in Pedrógão Grande - Bild: R.F. Gutschmidt 

Denn auch heute gibt das Feuer wieder keine Ruhe. Auch jetzt brennt es wieder im ganzen Land. Von Bragança im Norden, bis hin an die Algarve im Süden, brennen Tausende an Hektar Wald. In der Region, in der jetzt der Startschuss für das Projekt „CWFS – Die Feuer in Portugal stoppen“ fiel, wüten die Brände besonders schlimm. Am 18. Juni starben in Pedrógão Grande, einem Ort im Distrikt Castelo Branco, 46 Menschen und über 100 wurden teils schwer verletzt, als das Feuer für die fliehenden Menschen zum Inferno wurde.

"Die Strasse des Todes" - Bild: R.F. Gutschmidt

Derzeit brennen drei große Feuer in der Region Castelo Branco und 1.000 Feuerwehrleute befinden sich mit 105 Fahrzeugen und 14 Hubschraubern, beziehungsweise Flugzeugen, im Einsatz. Der Standort der Firma Procifisc, in der Stadt Castelo Branco, liegt daher auch im Epizentrum der Brände und so sah Herr Schmidt auch die Mondlandschaft, die vom Feuer hinterlassen wurde. In dem Planungs- und Consultingunternehmen Prosifisc wurde eine Allianz zwischen dem portugiesischem Unternehmen und der Firma Schmidt - Brandschutz und Löschtechnik geschmiedet. Der Inhaber von Prosifisc, Herr Filipe Lourenço, ist überzeugt, dass „der Startschuss für eine fruchtbare Zusammenarbeit gefallen ist, die dem Feuer ein für alle mal den Garaus machen wird.“

Gegenüber dem Lokalfernsehsender "Beira Baixa TV" konnte Herbert Schmidt seine Gefühle nicht verbergen und gab zu, dass er schockiert war, als er auf der "Strasse des Todes" fuhr.




Bleibt zu hoffen, dass Portugal dieses Angebot annimmt. Es geht den Beteiligten an diesem Projekt um den Schutz der Menschen, Tiere, Häuser, Natur oder, wie Herbert Schmidt es so treffend beschrieb: „Wir wollen den Wald retten!“

Animation zum CWFS-Löschverfahren.