David gegen Goliath – Wir Kleinen gegen die Mächtigen

Zeitungsstand - Bild v. Yukiko Matsuoka - Flickr.com CC BY 2.0


Seit vier Jahren schreibe ich nun Artikel für verschiedene Online-Magazine und seit vier Monaten betreibe ich eine eigene Seite mit einem Gesellschafter. Info-welt.eu ist keine Seite von Extremisten, die Hass säen und illegale Inhalte verbreiten... Aber wir sind dennoch vielen ein Dorn im Auge! Wer legt uns Steine in den Weg und warum?

Von Rui Filipe Gutschmidt

Ob es die Werbepreise im Centbereich sind oder der Spamschutz auf Facebook, Adblocker und Reichweitenbegrenzer, Programme die nach Schlüsselwörtern suchen oder Viren und Trojaner, die Arbeit als freier Journalist wird einem nicht leicht gemacht. Aber warum eigentlich? Info-welt.eu ist noch klein und unbedeutend. Mit 25 bis 30.000 Seitenaufrufen im Monat kann man nicht viel erwarten, doch im Laufe der Zeit bekamen wir immer mehr Leser und auf Facebook stiegen unsere „Likes“ Woche für Woche und immer mehr Stammleser folgen uns.

Es ist aber eine Abhängigkeit entstanden, zwischen Zuckerbergs Netzwerk und all den vielen Publizisten, die darauf angewiesen sind, dass man ihre Beiträge in den Gruppen findet, die das jeweilige Thema abdecken. Doch auch die Gruppenbetreiber brauchen Beiträge um ihre Bekanntheit zu steigern und interessante Diskussionen führen zu können. Facebook braucht aber diese Leute genauso! Daher kann der Grund für das Sperren oder Blockieren der „Teilen“- und Posten-Funktion in Gruppen nur einen eher „undurchsichtigen“ Grund haben.

Ich bin ja nun nicht gerade als Verschwörungstheoretiker bekannt und ich neige eher dazu, die Absicht Geld mit den Publishern verdienen zu wollen, als Grund für die Facebook-Schikanen zu sehen. Aber ob das wohl alles ist? Auf unserer Facebookseite finden wir nach wie vor die Aufforderung, unsere Beiträge für 2 oder 3 Euro zu bewerben. Da handelt es sich nicht um Spam? Doch wenn man kaum etwas mit einem Beitrag verdient, wie soll man da noch Geld für Werbung haben?

Damit kommen wir zu Google und dessen Werbeunternehmen AdSense, welches uns nur Centbeträge zahlt. Dazu sei gesagt, dass der Internetriese eine äußerst undurchsichtige Form der Preiskalkulation hat und auch die Seitenaufrufe werden nur zu 30 bis 45 Prozent im Vergleich zum Analytics-Programm – ebenso von dem Suchmaschinenbetreiber und Milliardenkonzern – berechnet, wobei nicht ganz klar ist, woran das liegt.

Ein Grund dafür, sind die sogenannten „Adblocker“. Selbst die Großen Mainstreammedien, die den Markt beliebig beherrschen, haben Probleme damit und einigen anderen großen Medienhäusern sagte jetzt auch die Süddeutsche Zeitung den Adblockern den Kampf an. Um Artikel zu lesen, müssen die User ihren Adblocker ausschalten, sich registrieren oder die Seite abonieren.

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Nun, was den Großen (eher kleinen) Schaden zufügt, fügt uns Kleinen einen sehr großen Schaden zu! Adblocker töten den freien Journalismus also. Dabei ist es so einfach bei seinem Browser die Werbung für einzelne Seiten freizuschalten.

Neben den Adblockern hat der unabhängige Journalist, Blogger, Publisher oder wie auch immer, gegen einen Ruf anzukämpfen, der durch Extremisten und Betrüger, Propagandaorgane und paranoide Verschwörungstheoretiker, religiöse Fanatiker und so weiter, alle in einen Topf wirft und als „unseriös“ vorverurteilt.

Sicherlich ist es eine verschwommene Grenze zwischen dem wachsamen Skeptiker, dem Enthüllen und dem Spekulieren, dem Entblößen der geheimen Machenschaften der Mächtigen einerseits, sowie paranoiden, psychotischen oder einfach nur fest von ihren Chemtrails, HAARP und dergleichen überzeugten Leuten andererseits. Doch wenn wir Demokratie und Grundrechte respektieren wollen, dann sind selbst die abstrusesten Ideen legitim, müssen wir andere Meinungen – selbst extremistische Ideologien – solange sie nicht zur Gewalt auffordern, beleidigend oder provozierend sind – respektieren.

Wie helfe ich dem freien Journalismus?

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Abos oder ePaper, die manche anbieten, sind eine weitere Möglichkeit. Diese periodischen Ausgaben kann man für einen vergleichsweise niedrigen Preis herunterladen oder sogar im Druckformat bestellen. Info-Welt hat das noch nicht, aber wenn Interesse da sein sollte, dann arbeiten wir gerne daran.

Dann wäre da natürlich auch das Spendenkonto, dass so gut wie jeder eingerichtet hat und auf dem bei uns meist gähnende Leere herrscht. Das liegt wohl auch daran, dass wir bislang zu – ja was eigentlich? Zu stolz waren? Wohl eher nicht so aufdringlich um die Hilfe der Leser bitten wollten. Doch leider sind Betreiber und Autoren unserer Seite keine Millionäre, die aus reiner Langeweile schreiben. Es sind Autoren mit Talent, die aber nur schwer eine andere Arbeit finden und die mit einem gewissen Idealismus gleichzeitig etwas für eine gerechtere Welt beitragen wollen und diese Aufgabe nutzen, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Das ist weitaus mehr, wie die meisten Politiker von sich behaupten können!


Zu guter Letzt noch ein Aufruf an alle, die glauben schreiben zu können oder die einfach nur ihre Meinung veröffentlicht sehen möchten. Schickt uns eure Beiträge. Je mehr wir veröffentlichen, desto mehr Leser bekommen wir hinzu. Schließlich sind die Leser der Grund für die Existenz von Info-Welt. Für die Leser, die einen Blick über den Tellerrand und die Sichtweise der Portugiesen, Spanier, Brasilianer und so weiter kennen lernen wollen, schreiben die Autoren von Info-Welt. Doch nur mit bezahlter Internet- und Stromrechnung ist das weiterhin möglich.