Die Hälfte der neuen Jobs im letzten Jahr war nur befristet

Arbeitslos Pixabay CC0 Public Domain 

In einer neoliberalen Weltordnung haben Arbeitnehmer es immer schwerer. Immer weniger Arbeitgeber stellen neue Mitarbeiter mit unbefristeten Arbeitsverträge ein.

Von Edgar Schülter

Einem Bewerber einen unbefristeten Vertrag zu geben, ist eine Sache aus der Vergangenheit. Spurtet man nicht und gibt man nicht alles, braucht der Arbeitgeber den Vertrag nicht zu verlängern - man ist arbeitslos.

Alleine im letzten Jahr waren 45 Prozent der neuen Jobs befristet. So die Angaben der „Rheinischen Post“, die sich auf Zahlen der Bundesregierung stützen.

Besonders deutlich stieg der Anteil der Befristungen bei Arbeitnehmern zwischen 30 und 39 Jahren an. Das sind wieder 4 Prozentpunkte mehr wie im Jahr 2015.

Befristete Arbeitsverträge lassen keine Chance auf Karriere

So können im Berufsalltag befristete Arbeitnehmer auch ohne besonderen Grund das Nachsehen haben. Sie können sich auch gar nicht dagegen wehren. Die Aussichten im Unternehmen aufzusteigen sind wesentlich schlechter, als bei Kollegen die unbefristete Verträge haben. Man hat praktisch keine Chance befördert zu werden.

Nach Ablauf der Zeitverträge entscheidet der Chef jedes mal aufs neue. Alleine das kann ein ständiges Unsicherheitsfaktor beim Arbeitnehmer bedeuten. Hier enstehen nur Vorteile für den Arbeitgeber, der falls ihn der Arbeitnehmer aus irgendwelchen Grund nicht gefällt, den Arbeitsvertrag einfach nicht verlängert.

In neoliberalen Gesellschaftsordnungen sind solche Methoden willkommen.

Der Neoliberalismus bedeutet freie Strömung für das Kapital. Es gibt keine moralischen Schranken oder Hemmungen mehr. Wichtig ist nur, was das Kapital diktiert und an Profit hergibt. Folgeerscheinungen des Neoliberalismus sind neben voll korrupte Politiker, eine krasse „Ellenbogengesellschaft“, eingefrorene Gehälter, die langsame Zerstörung der Mittelklasse sowie die Aufspaltung der Gesellschaft in Superreiche und immer ärmere Menschen. Da stehen natürlich befristete Arbeitsverträge an der Tagesordnung zumal die Arbeitgeber mit Vorteilen bestückt werden sollen.



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