Genozid an Brasiliens Ureinwohnern – Dramatischer Hilferuf vom Amazonas!

Amazonasgebiet Brasilien - Flickr.com CC BY 2.0

Daiara Tukano ist Aktivistin und kämpft seit vielen Jahren für die Rechte der Ureinwohner Brasiliens. Schon einmal schrieb ich über den Gamela-Stamm und das brutale Vorgehen der Viehzüchter in Nordbrasilien. Die blutigen Übergriffe von Anfang des Jahres arten inzwischen in einen Krieg aus... einen sehr ungleichen Krieg!

Von Rui Filipe Gutschmidt

Die Vorkämpferin für Indianerrechte Daiara Tukano ist in Brasilien wohlbekannt und dass nicht nur wenn es um die Rechte der Uhreinwohner geht, sondern auch für anderen Minderheiten geht sie auf die Barrikaden, wenn deren Bürgerrechte verletzt werden. Alle Aktivisten Brasiliens und wohl auch Südamerikas, kennen die streitbare Seele, die es nicht erträgt, wenn Menschen ungerecht behandelt werden.

Doch in ihrem Video sieht man eine verzweifelte Daiara, die unter Tränen von einem Völkermord an Brasiliens Ureinwohnern berichtet und alle Menschenrechtler dazu auffordert, ihnen zu Hilfe zu kommen. „Im Mato-Grosso herrscht der Ausnahmezustand“, so die tapfere Kriegerin des Stammes der Tukano, die des weiteren berichtet, dass verschiedene in die Region gesandte Polizeikräfte, als Miliz für die Großgrundbesitzer und Viehzüchter dienen und, statt ihre Pflicht zu tun, sich auch noch am Genozid an den Amazonas-Indianern beteiligen!

Es sind Machtinteressen im Spiel, denen die Gamela, die Guarani-Kaiowá, die Tukano und viele mehr, einfach im Weg stehen. Noch aber halten sich diese im Hintergrund, denn es ist eines, gegen Viehzüchter, Großgrundbesitzer und deren schlecht – aber immer noch besser wie die „Indigenas“ - bewaffneten Verbrecherbanden zu kämpfen, aber ganz etwas anderes, wenn man gut ausgebildete und hochgerüstete Militärs und Polizeikräfte bekämpft.

Hinter der jetzigen Aktion, die auf den Gräueltaten der „Fazendeiros“ aufbaut, steckt die geballte Macht der Rohstoffmafia Brasiliens und der USA. Diese können spätestens seit dem Sturz von Ex-Präsidentin Dilma Rousseff, tun und lassen was sie wollen. Jetzt wollen sie Gold, Öl, Edelsteine, Tropenhölzer und, so ganz nebenbei, Weideland. Natürlich ist mit Arsen, Quecksilber oder mit Öl verseuchtes Grundwasser nicht sonderlich gesund für Mensch und Tier oder gar für irgendwelche Pflanzungen...

Dramatisch ist das Video schon, aber wohl nicht künstlich dramatisiert. Daiara berichtet davon, wie selbst Kinder in die Schusslinie geraten und wie ihr Volk, gemeinsam mit anderen, nicht länger weglaufen kann, selbst wenn sie es wollten. „Die Krieger bewaffnen sich und es wird Krieg geben. Doch wir sind wenige und sie so viele... Darum brauchen wir eure Hilfe! Die Brasilianer sagen immer, dass sie ganz stolz auf ihr Indio-Blut seien, aber wo sind sie, wenn man sie braucht? Helft uns! Bitte helft uns, bitte!!“


Dabei möchte sie kein Blutvergießen, zumindest nicht noch mehr, wie sowieso schon geflossen ist. Sie will den Druck auf Michel Temer und seine Panzerknackerbande erhöhen. Die Regierung in Brasilia muss die UNO im Nacken spüren und die EU sollte ihre Beobachter dorthin schicken. Wenn Venezuela oder Syrien „Verbrechen am eigenem Volk verübt“, und dafür Sanktionen gegen sie verhängt bekommen, dann kann man das auch mit Brasilien machen. Die Regierung wird sich nicht noch mehr schlechte Publicity leisten können und je mehr Augen auf Brasiliens Ureinwohner blicken, desto unwahrscheinlicher wird das befürchtete Massaker!

Also Schreiben, Teilen, Fotos und Videos veröffentlichen. UNO, EU, Regierungen und Organisationen aus aller Welt, Medien und soziale Netzwerke... Je mehr Leute davon erfahren, desto größer der Schutz für Brasiliens Völker, Tiere, Natur.




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