Reichtum: Nicht die Unternehmer, sondern die Finanzparasiten sind das Problem

Diverse Banknoten

Der heutige Finanzkapitalismus ist das Hauptproblem unserer Wirtschaftsordnung. Geld mit Geld zu verdienen ist ein Unding. Das Unternehmertum wird genauso abgeschafft wie die Mittelschicht
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Ein Gastartikel von Marco Maier


Ein Blick auf die Entwicklung des wirtschaftlichen Rahmensystems in der westlichen (kapitalistisch orientierten) Welt zeigt: Der "alte" Reichtum basiert auf realwirtschaftlichen Entwicklungen die auf verschiedenen Faktoren (wie unternehmerischem Erfolg, Innovation, Glück…) zurückgehen. Doch sie haben stets in die Realwirtschaft investiert – und so auch den realen Wohlstand vermehrt.

Doch mit dem Aufkommen von Kapitalgesellschaften, mit denen eigentlich auch den Arbeitnehmern ein Anteil am wirtschaftlichen Erfolg (Gewinnbeteiligung durch Dividenden) ermöglicht werden sollte, schaffte man vor allem ein finanzielles Glücksrittertum, in dem die Unternehmensanteile vor allem spekulativen Zwecken zu dienen begannen und mancher "strategische Investor" und Glücksritter zum neuen Finanzadel aufstieg.

Von da an erfolgte die totale Pervertierung des Systems: Man verdiente Geld mit Geld – durch Zinsen, Dividenden und Kapitalwetten an den Börsen. Das Ergebnis sehen wir heute in Form von komplett überbewerteten Aktien, Immobilien und anderen "Investitionsgütern". Anstelle einer breiten Streuung des Kapitaleigentums gab es eine deutlich stärkere Kapitalkonzentration.

Schon Karl Marx stellte fest, dass mit dem Finanzkapitalismus, der den Industriekapitalismus ablöste, sowohl die Mittelschicht als auch das Unternehmertum sein Ende finden wird. Und wenn man die aktuellen Entwicklungen betrachtet, hatte er mit seiner Analyse durchaus recht. Immerhin kommt es durch den Finanzkapitalismus zur Trennung von Eigentum und Produzenten.

Wo der Produzent noch ein persönliches Risiko eingeht und sein eigenes Kapital aufgebaut hat, riskiert der Finanzspekulant Eigentum, das ihm eigentlich gar nicht gehört. Heute sind die ganzen CEOs ja auch nichts weiter als Befehlsempfänger der Aktionäre.