4 Nobelpreisträgerinen für Guatemalas Natur und das Volk der Xinca

Mayatempel im Dschungel - Natur und Geschichte in Gefahr- Flickr.com CC BY 2.0

In Guatemala kämpfen die „Xinca“ gegen die Bergbaumafia, die keine Rücksicht auf die Natur des mittelamerikanischen Landes nimmt. Ein ungleicher Kampf, bei dem sich jetzt gleich vier Friedensnobelpreisträgerinnen für die Ureinwohner einsetzen und somit die Waage ausbalancieren.
Von Rui Filipe Gutschmidt

Das Minenkonsortium „San Rafael“ hat vor dem Obersten Gerichtshof in Guatemala die Genehmigung erhalten, die Silberminen von Juan Bosco und El Escobal wieder in Betrieb zu nehmen. Das kanadische Unternehmen „Tahoe Resources“, ist Hauptanteilhaber an dem Projekt, dass als einer der größten Silberminen der Welt gilt. Doch die Minenbetreiber nutzen die Bestechlichkeit in einem der ärmsten Länder der Welt, um ungestraft die Umwelt zu vergiften.


Jody Williams (USA), Shirin Ebadi (Iran), Tawakkol Karman (Jemen) und Rigoberta Menchú Tum (Guatemala) sind die vier Frauen, Friedensnobelpreisträgerinnen, die sich dem Kampf der Xinca anschlossen haben, die um ihre Heimat, ihre Lebensgrundlage fürchten. Es ist aber auch ein Kampf, der uns alle betrift. Wenn die Natur, das heißt die Böden, das Wasser, der Wald und die Luft vergiftet werden, dann geht uns das alle an, die wir auf dem Planeten Erde leben.


Es ist eine Frage der Justiz, oder?


Sicher, die Xinca und ihre Verbündeten Aktivisten haben Klagen und Einstweilige Verfügungen eingereicht, um die Zerstörung ihres Lebensraums durch die Bergbaumafia in Guatemala zu verhindern. Doch die Internationale Rohstoffmafia, die Weltweit Regierungen kauft, absetzt, einsetzt, eine Propagandamaschinerie und Thinktanks, Armeen aus Anwälten und Pseudowissenschaftlern zur Verfügung hat, ist nur aufzuhalten, wenn der Kosten/Nutzen-Faktor ein Projekt unattraktiv für sie macht. Die korrupten Gerichte in Guatemala sind längst gekauft, doch auch die Richter müssen sich vor der öffentlichen Meinung rechtfertigen und so findet der eigentliche Kampf in den Medien statt...


Na? Schon was von Guatemala gehört? Und zu dieser Sache? Dachte ich mir. Ich empfehle Euronews zwei mal täglich – und Info-Welt natürlich. Daher ist die Unterstützung der hochdekorierten Frauen auch so wichtig. Drei von ihnen wurden von Rigoberta Menchú Tum, Friedensnobelpreisträgerinnen 1992, eingeladen. Die Einheimische sagte in Santa Rosa, im Distrikt Casillias:
Helft uns dabei, von den Gerichten eine Schließung der Minen, nicht nur von San Rafael, zu fordern. Auch all die anderen Konzessionen in der Region vernichten Mutter Natur.“
Die iranische Richterin Shirin Ebadi beschuldigte Guatemalas Regierung nicht demokratisch zu sein, da „demokratische Regierungen keine Verträge mit der (dieser) Bergbauindustrie abschließen würde...“!
Karman sagte, sie wäre nach Casillias gekommen um „alle Menschen vor Ort zu unterstützen, die gegen diese Situation, gegen alle Unternehmen und korrupten Regierungen und gegen jegliche Form der Umweltzerstörung kämpfen.“
Jody Williams benannte die „korrupten Regierungen von Guatemala, den USA, Kanadas oder Chinas, die Millionen einstreichen während das Volk die Mutter Erde - also alles - verliert.“



Im Grunde geht es darum, die Gerichte zu beeinflussen. Die öffentliche Meinung als Druckmittel zu verwenden ist aber moralisch eher fragwürdig. Dennoch ist es alle mal besser als die Methoden der Rohstoffmafia, die sich in Politik und Justiz eingekauft hat und die, wie Augenzeugen berichtet haben, sogar den Schutz der Polizei bekamen, um ungesetzliche Handlungen auszuführen. In diesem Fall ist der Gegner so übermächtig, dass nur die Weltöffentlichkeit genug Druck auszuüben vermag. Überall, wo die Rohstoffe unserer Erde ohne Rücksicht auf die Natur – und die Menschen, die ein Teil dieser Natur sind – ausgebeutet werden, müssen wir uns ALLE engagieren.