Das Bündnis von Kapitalismus und Religiösem Fanatismus.

Islam - die Eroberungen Rashidun Flickr.com CC BY-ND 2.0

Eine Herausforderung für das Verständnis ist die Verbindung zwischen extremistischen arabischen Mächten und dem Westen. Wie kommt es dazu, dass sich solche unterschiedlichen Kulturen und Religionen politisch näher kommen?

Von Noel Nascimento

Einer der Gründe ist jedem klar. Es geht um Erdöl. Werte und Güter. Ist das aber alles? Es ist nur das Mittel dazu, nicht der semantische, ideologische Grund, und diese Frage findet nur da seine alleinige Antwort nicht. Aber die Antwort ist in der Frage selbst enthalten und sie reicht viele Jahrhunderte zurück. Warum ausgerechnet das – dass ist der springende Punkt. Es geht um semantisches Denken, um das was Worte in Taten umwandelt und rechtfertigt. Und es lautet: Religion.

Das Christentum hat, dadurch dass die Bibel im Neuen Testament von Neo-Platonikern verfasst wurde, die platonische Lehre von einer Utopie mit aufgenommen. Das Pietistische ist von Anfang an Teil des Christentums. Es ist also das Mitleidende, Vergebende und Sozialistische, das für ein römisches Publikum von den vier Aposteln geschrieben wurde. Die westlichen Religionen waren nach dem Zerfall Roms zur damaligen Zeit nur das Christentum und Judentum. Die multikulturelle Haltung Roms machte es dem Imperium möglich die Welt zu beherrschen. Der Islam existierte noch nicht. Jahrhunderte später sind Christen dazu gekommen – wegen der Besatzung von Spanien und Portugal und des Nahen Ostens durch die Mauren – zur Befreiung der Wege für die christlichen Pilger nach Jerusalem, die Kreuzzüge anzufangen. Diese militärische christliche Macht war eine Macht, die man als christliche Rechte betrachten kann. Das gleiche politische Gebilde existiert heute, eine christlich beeinflusste Mentalität, die abwehrende kämpferische Haltung rechts und die eine pietistische Haltung links aufweisen.

Der Islam, in dessen geographischen Gebieten bis vor einem Jahrhundert vom industrialisierten Westen an Reichtum und Bodenschätzen wenig zu finden war, blieb rückständig und ohne Kontakt und Einfluss von den westlichen philosophischen Errungenschaften. Ob er dazu willig wäre, braucht man nicht lange zu spekulieren. Auch das Christentum gab seine alten Dogmen gegenüber der Aufklärung nicht willig auf. Durch das Erdöl wurden arabische Länder im 20. Jahrhundert reich und gewannen damit Macht. Ihre Religion blieb trotzdem rückständig. Die Christenheit, die einst den militärischen Feind war, ist heute nur noch die Kultur aus der sich das libertäre Denken der Renaissance in Verbindung mit den nicht besonders angenommenen und historisch gehassten griechischen Philosophen ergeben hat. Auf dem neoplatonischen christlichen Denken des Neuen Testaments stützt sich das sozialistische Denken, die Vergebung und das Erretten der Armen.

Mitfühlen und Mitleiden ist menschlich angeboren, nicht religiösen Ursprungs. Religionen sind dazu bewilligt und befähigt, es zu zerstören. Der Islam ist kein Gegner des Kapitalismus, sondern der „anderen“ Religion, die noch die offizielle Religion des Westens ist und von allen was sich aus ihr und ihrer Kultur ergeben hat. Er ist heute auch kapitalistisch und sehnt sich nach derer errungenen Wohlstand, da sie sich schließlich nicht nur aus eigenen Anstrengungen und auf eigenen Kosten entwickelte, aber sich auch auf Ausbeutung Anderer stützte .

Dem globalen Kapitalismus stehen die christliche pietistische Lehre – auf die sich der Sozialismus gründet so wie das kulturelle Christentum, das sich im orthodoxen nationalistischen Denken heute verbirgt, immer noch im Wege. Beide stellen zusammen eine Art manichäistisches Christentum dar, das im Grunde eine Einheit ist, in der die eine Seite die andere mit trägt. Rechts und links finden in der westlichen Zivilisation im christlichen Denken den gleichen Ursprung.

Der Kapitalismus hat gleichermaßen als Gegner was links ist, genauso wie er diejenigen die das Christentum als Kultur und nicht allein als Religion tragen als gefährlich sieht. Er macht das technologische Wissen zu eigen, das sich nur mit der Entwicklung wissenschaftlicher Skepsis ergeben hat. Diese konnten nur mit der Überwindung von veralteten religiösen Einstellungen erfolgen und sind im Grunde Eigentum der ganzen Menschheit. Aber als Folge davon bringt dieser Mechanismus extremistische Gläubige, Globalisierung, Kapital und dessen Besitzer dazu, ähnliche Objektive zu verfolgen. Eine bewusste und harte Kritik an die imperiale Globalisierung die sich aus der Konfrontation mit Religion und religiösen Prinzipien und der daraus entstandenen Kultur ergab und Religionen mit wachsender Skepsis betrachtet ist als Folge dessen eine deutliche Gefahr für eine Religion die in ihrer Selbstherrlichkeit etwas Gemeinsames findet. Zum Zweck des eigenen Verdienstes wird die Wissenschaft erhalten und der Kritik wegen können extreme religiöse Ideen dazu dienen, beide Fraktionen durch kriegerische Handlungen oder durch Verwirrung zunichte zu machen.

Es gibt im Islam praktisch kein links oder rechts. Nur geradeaus. Der Unterschied zu etwas gemäßigten und ein wenig „toleranter“ islamischen Gesellschaften, die innerlich mit ihrem Volk wie in kommunistischen Ländern umgehen, ist sehr gering. Dies geschieht nicht im Namen des Volkes und von einer atheistischen Gesellschaft der Arbeiterklassen sondern im Namen Allahs.

Der heutige wahre Faschismus versteckt sich nicht ganz rechts, wo die Intoleranz des Rassismus ihren Nest findet. Er ist ein Bestandteil des in allen Kulturen vorhandenen Faschismus der sich in diesem Fall dort verbirgt. Intoleranz ist nichts als ein Bestandteil aller Parteien und Orientierungen. Ignoranz und Dummheit sind menschliche Eigenschaften die unter verschiedenen Charakteristiken überall je nach persönlicher und innerer Welt auftauchen. Der heutige Faschismus des Westens verbirgt sich in der Mitte und sucht Verbündete nach allen Seiten, will aber die Religion in neuer Fassung eines universellen Bewusstseins nicht annehmen, ist äußerst habgierig und holt sich da eine Religion in alter Fassung wo es sie noch am stärksten gibt. Er findet als Rechtfertigung humanitäre Gründe um die Katastrophen zu heilen die er selbst verursacht.


Toleranz soll ein höchstes Gebot der Menschen sein. Durch Kants Kategorischen Imperativ ist es möglich zu verstehen dass Toleranz mit allen praktikable ist die auch Toleranz als Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens sehen. Man muss es aber wollen und nicht das Gegenteil heimlich befördern.

Lesen sie auch den 2. Teil der Trilogie zu dem Thema:

http://www.info-welt.eu/2017/10/die-kapitalistische-manipulation-durch.html