Bye, bye Mugabe – Präsident von Simbabwe-Rhodesien tritt zurück



Im südlichen Afrika fegt ein Sturm durch die von Korruption zersetzten Regierungen und Verwaltungsapparate. Simbabwes Ex-Vizepräsident Emmerson Mnangagwa, der erst vor zwei Wochen von Mugabe abgesetzt wurde, wird heute nach Harare zurückkehren. Welche Machtverhältnisse sind zu erwarten?


Von Rui Filipe Gutschmidt


Der vor zwei Wochen in Exil gegangene Emmerson Mnangawa wird aller Voraussicht nach zum Nachfolger von Robert Mugabe für die Übergangszeit ernannt, der am Dienstag nach 37 Jahren an der Macht zurücktreten musste.
"Genosse Mnangagwa kehrt heute zurück", sagte Larry Mavhima der Nachrichtenagentur AFP.
"Er wird um 14:00 Uhr MEZ am Militärstützpunkt von Manyame/Harare ankommen...“ so Mavhima weiter.


Es ist vorgesehen, dass Emmerson Mnangagwa zum Interims-Präsident des Landes für einen Zeitraum von 90 Tagen benannt wird. Die Ankündigung von Robert Mugabes Rücktritt wurde ausgiebig auf den Straßen der Hauptstadt Harare gefeiert. Es sind ungewohnte Bilder, die einen Portugiesen irgendwie an den 25. April 1974 erinnern. Damals beseitigten Offiziere mittleren Ranges (Hauptmann) die Diktatur und beendeten den blutigen Kolonialkrieg Portugals in Afrika.


Auch Simbabwes Militär wird gefeiert, da sie klar gestellt haben, dass es ihnen nicht um die Macht geht und dass sie das Land nur von den Tentakeln Mugabes und dessen Gefolgschaft befreien wollen. Der 93-jährige hat das Land seit 1980 regiert. Diktator, Massenmörder, größenwahnsinniger Soziopath und vieles mehr nannte man ihn, völlig zurecht. Es war der Tag, an dem Mugabe beschloss, seiner Frau die Macht zu übertragen und den designierten Vizepräsidenten Mnangagwa „in die Wüste zu schicken“, als das Militär, bis dahin Mugabe treu ergeben, sich dafür entschied zu putschen.


Auch wenn die Menschen in Harare Hoffnung geschöpft haben, dass sie in Zukunft in einem demokratischen Rechtsstaat leben können und es überall nach Freiheit riecht, so ist es doch wahrscheinlicher, dass in Simbabwe nur ein Despot durch einen anderen ersetzt wird. Emmerson Mnangawa hat Freunde im Militär, die nur eingegriffen haben, als Mugabe ihn um „sein Erbe“ bringen wollte. Die Generäle haben sich von Mugabe abgewandt, um Mnangawa zu unterstützen. Es läuft also leider nur darauf hinaus, dass sich nur eine neue Machtelite da installiert, wo Mugabe und seine Gefolgschaft herausgeworfen wurden. Doch der Druck der Straße kann dies eventuell verhindern, wenn sich genug Menschen dort aktiv einsetzen. Zumindest aber, wird es eine Verbesserung in Menschenrechtsfragen geben, da sich das Volk wohl nicht weiter unterdrücken lässt. Wenn Mugabe und seinen Schergen der Prozess gemacht wird, dann kann Mnangagwa nicht diktatorisch herrschen. Mehr wie eine Scheindemokratie wie in der EU oder in den USA wird es im südlichem Afrika aber sicher nicht geben.

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http://www.info-welt.eu/2017/11/afrika-im-umbruch-nach-simbabwe.html