Portugal erlebt extreme Trockenheit – Regierung erwägt Rationierung

Trockenheit - Marco Verch Flickr.com CC BY 2.0
In Portugal und weiten Teilen Spaniens warten die Menschen sehnsüchtig auf Regen. Dieser soll ab morgen wieder kommen, aber die Schadensbehebung wird Jahre brauchen. Die klimatischen Veränderungen machen sich stark bemerkbar und Portugals Regierung will das Land darauf vorbereiten.



Von Rui Filipe Gutschmidt



Es Regnet seit Monaten nicht und in Portugal herrscht die größte Trockenheit seit dem es Aufzeichnungen gibt. Die Auswirkungen sind verheerend, wie Info-Welt leider oft berichten musste. Nach all den Waldbränden und dem Futtermangel für Weidetiere, haben auch immer mehr Pflanzungen Probleme mit der Bewässerung. Leere Stauseen, bei denen inzwischen Busladungen an Touristen die einst versunkenen Dörfer besichtigen, die jetzt wieder auf dem Trockenem sind, führen zur Rationierung von Gießwasser und die Region um Viseu wir mit Tankwagen aus einem 60 KM entfernten Stausee versorgt. Doch das ist nur eine vorübergehende Lösung.



Die Regierung in Lissabon ist dabei, langfristige Lösungen zu suchen. Kurzfristig aber kann man nur Wasser sparen. Damit sind alle gemeint. Alle in Portugal, Spanien, Europa, alle auf der ganzen Welt! Staatssekretär Carlos Martins, von Portugals Umweltministerium, erwägt eine Rationalisierung des Wassers in den nächtlichen Stunden. Ebenso wichtig ist die Reduzierung des Wasserdrucks. Die Städte sollten außerdem auf Verluste achten. Tropfende, undichte Leitungen und Verschwendung beim Giessen der Parkanlagen sollen von den Gemeinden verhindert werden. Im Grunde genommen geht es darum, dass die Menschen umdenken müssen.



Alles halb so schlimm? Nein! Es tut mir in der Seele weh, aber wenn wir nicht gemeinsam umdenken, dann kommt es zu Katastrophen, gegen die der Feuersturm dieses Jahr nur ein kleiner Zwischenfall war. Die großen Flüsse Portugals entspringen in Spanien. Die Spanier leiten viel Wasser in den Süden und die internationalen Abkommen funktionieren nicht einmal wenn es genug regnet. Zu viel Wasser wird abgezweigt und zu viel Gifte werden in die Flüsse geleitet. In Zeiten des Überflusses wurden Giftstoffe stark verdünnt, doch jetzt, bei dem niedrigen Wasserstand, steigt der Anteil der Giftstoffe im Wasser und das im letzten Beitrag erwähnte Fischsterben ist das Resultat!




Portugal hat 6 Prozent des Territoriums in „schwerer Trockenheit“ und die restlichen 94 Prozent sogar in „extremer Trockenheit“. Ein neues Abkommen mit Spanien muss her, bei dem beide Seiten einen fairen Anteil erhalten. Ach ja, und wenn wir schon dabei sind, dann kann Spanien auch endlich das Kernkraftwerk Almaraz schließen. Denn ohne Kühlwasser...