Portugal trocknet aus - Großes Fischsterben im Rio Tejo, Quelle des Douro versiegt

Ausgetrocknete Quelle des Rio Douro - YouTube screenshot

Das 2017 das heißeste und trockenste Jahr in Portugal ist, hat Info-Welt bereits berichtet. Die schlimmste Konsequenz war die Brandkatastrophe, die über das Land hereinbrach, doch jetzt kommen noch andere Auswirkungen zu Tage. Leere Stauseen, extrem niedrige Flüsse, Fischsterben, giftige Asche, die bei Regen in den Wasserkreislauf gerät. Die Lage ist ernst und wir erleben nur einen Vorgeschmack.


Von Rui Filipe Gutschmidt

Tausende toter Fische! Auf einem Arm des Flusses Tejo, schwammen in der Nähe von Nisa, Tausende Fische, die auf Grund extremen Sauerstoffmangels im Wasser erstickten. Arlindo Consolado Marques von den Aktivisten der Pro Tejo Naturschutzorganisation zeigten ein Video im Internet unter der Bezeichnung „ein brutales Sterben“ (uma mortandade brutal).


Der Umweltaktivist sagte gegenüber dem JN – Jornal de Noticias, dass er sofort die Polizei informiert habe „aber niemand ist vor Ort erschienen“. Es ist nicht zum ersten mal, dass an dieser Stelle ein massives Fischsterben zu beobachten ist. „Der Fluss ist Tot auf diesem Abschnitt.“ Meinte Arlindo weiter und er fügte hinzu, dass dies immer an dem Zulauf von Vila Velha de Ródão geschehe und „wir alle wissen genau wer der Schuldige ist. Es ist diese Zellulosefabrik, das weiß jeder.“ Gemeint ist die Celtejo, die wiederum jegliche Verantwortung leugnet.


Vielleicht haben die Verantwortlichen der Fabrik ein schlechtes Timing, da der niedrige Pegelstand jegliche Verschmutzung potenziert. Aber die Waldbrände haben ihnen Unmengen an billigem Rohstoff beschert, der schnell verarbeitet werden muss. Doch während die Rolle der Zellstoffindustrie bei der alljährlichen Brandkatastrophe noch unklar ist, scheint Arllindo die Celtejo als Urheber der Wasserverschmutzung klar identifiziert zu haben.


Hohe Temperaturen, Feuer und Trockenheit – die Iberische Halbinsel wird zur Wüste


Es gibt schon lange keine rationale Erklärung mehr für die Wetterkapriolen, die einen Klimawandel nicht mit einbezieht. Man muss sich auch im klaren sein, dass die Erderwärmung menschengemacht ist und nur die mächtige Öl- und Gaslobby so genannte Verschwörungstheoretiker finanziert, die dann ausgerechnet kritische Menschen auf ihre Seite ziehen.


In Portugal und Spanien herrschten dieses Jahr besonders hohe Temperaturen. Schon im April und bis Ende Oktober war es extrem heiß und der mangelnde Regen sorgte für perfekte Waldbrandbedingungen. So brannten über 520.000 Hektar Wald- und Buschland ab, und auch Agrarland, Industriegebiete und ganze Dörfer vielen den Flammen zum Opfer.


Was nicht verbrannte, vertrocknet und auch die Stauseen sind auf ein Niveau von unter 60 Prozent. Der Stromversorger EDP nahm schon zwei Wasserkraftwerke vom Netz und ein Stausee ist sogar runter auf 16 Prozent. Die großen iberischen Flüsse führen alle recht wenig Wasser, wobei es neben dem Tejo auch den Rio Douro erwischt hat. Die Quelle des Douro, der bei Porto nach 870 KM ins Meer mündet, liegt in Spanien. Ein Video zeigt, dass die Quelle versiegt ist. Ausgetrocknet, die Quelle eines großen Stroms in Europa. Denn heute, am Sankt Martinstag, hat es in Portugal immer noch nicht richtig geregnet. Bei rund 25º C schmecken die traditionellen Röstkastanien nicht richtig und nur der junge Wein, der zu dieser Gelegenheit angestochen wird, rutscht gut herunter. Wer kein Wasser hat, der soll halt Wein trinken oder wir bitten um ein umgedrehtes Wunder der Hochzeit von Kanaan.