Das Schieferdorf Quintandona – Ein Kleinod in Portugals Norden

Quintandona-Penafiel Schieferdorf - Screenshot YouTube
Der erholungsuchende Großstädter unserer stressigen Gesellschaft ist ständig auf der Suche nach etwas Ruhe. Kleine Paradise wie Quintandona sind da Gold wert, was gerissenen Investoren nicht entgangen ist. In Portugals Norden und Mitte schlummern aber noch viele solcher Paradiese und warten darauf entdeckt zu werden...

Von Rui Filipe Gutschmidt

Innerhalb der letzten 10 Jahre wurde das Dorf in der Nähe von Penafiel wiederbelebt. Etwa 30 Minuten fährt man von Porto aus in ein kleines Paradies, in dem Ruhe und Frieden herrschen. Quintadonas Erfolgsgeschichte basiert auf zwei grundlegenden Pfeilern: Rehabilitierung der Schieferhäuser und Kulturangebote.


Die Einwohnerzahl hat sich inzwischen von 40 auf 80 verdoppelt und in den letzten zwei Jahren wurden drei Kinder geboren, die schon bald die engen Gassen rauf und runter laufen, auf dem Marktplatz Fußball spielen und in Nachbars Garten Obst klauen werden. Das Durchschnittsalter der Einwohner von Quintadona sank erheblich, da vor allem junge Leute den Ort für sich entdeckt haben.


Es lebten fast ausschließlich über 60-jährige in dem Dorf, dass jetzt eine gesunde Generationenmischung aufweist. Der Grund für den Zuzug junger Ehepaare finden wir im Nutzen von EU-Strukturfonds, zur Renovierung von Häusern, Straßen, Plätzen und Mauern, sowie den Bau von Abwasser- und Telekommunikationsnetzen. Belmiro Barbosa, ehemaliger Gemeinderatsvorsitzender von Lagares e Figueira, erklärte: „Wir bewarben uns bei drei EU-Programmen, das erste 2003, die die Kosten bei privaten Häusern zu 50 Prozent, und alle Arbeiten an öffentlichen Gebäuden und Infrastrukturen komplett übernehmen. Bisher wurden etwa 500.000 Euro investiert und die Arbeiten gehen mit Unterstützung des Programms Portugal 2020 weiter.“


Die Kultur als Wirtschaftsfaktor belebt das Dorf


Auch wenn Porto nicht weit ist, so möchte man diese Tatsache eher dazu nutzen, um die Menschen aus der Stadt in das Dorf zu locken und somit zu verhindern, dass die neuen Dorfbewohner zur Arbeit in die Stadt pendeln. Die Theatergruppe ComoDEantes half dabei, als sie vor 12 Jahren ins Dorf kamen und das Kulturzentrum Casa do Xiné gründeten. Sie riefen das Gastronomiefestival Festa do Caldo ins Leben, dass dem Dorf zu Berühmtheit verhalf.


Workshops für Jugendliche in einer pädagogischem Auffangeinrichtung, die Herberge Vizinha da Viúva, die Wine Bar Casa da Viúva und sogar ein kleines Hotel, bringen nationale und internationale Touristen und schufen 20 Arbeitsplätze im Dorf, das weiter nachhaltig wächst.


Quintandona gilt als Beispiel für die Wiederbelebung von Dörfern die auszusterben drohten oder sogar schon waren. In ganz Portugal werden insbesondere diese aus Schiefer gebauten und in die Landschaft eingebetteten Dörfer wiederentdeckt und für den ländlichen Tourismus hergerichtet. Es fehlt aber an Investoren, die das Potential dieser urigen Landschaft in Verbindung mit einer reichen Gastronomie, guten Weinen und den Spuren einer bewegten Geschichte, zu schätzen wissen. Der Portugiese ist gastfreundlich, besonders im Bergland, wo es viel zu entdecken gibt, wenn man dies nur will.


Sehen Sie hier Bilder aus Quintandona von JN.pt