Nicolas Maduro klagt an: „Portugal (im Namen der USA) hat unser Weihnachten sabotiert“

Nicolas Maduro beschuldigt Portugal - Screenshot YouTube

Venezuelas Präsident, beschuldigt Portugal im Auftrag der USA die Lieferung der traditionellen Schweinshaxe zu Weihnachten sabotiert zu haben. Portugals Außenminister weist diesen Vorwurf zurück: „Portugals Regierung hat nicht die Macht, um Schweinshaxen zu sabotieren“... Was aber steckt dahinter?


Von Rui Filipe Gutschmidt

Das traditionelle Weihnachtsessen in Venezuela ist Schweinshaxe. In dem südamerikanischen Land Leben etwa 500.000 Portugiesen, von denen die meisten kleine Geschäftsleute und Unternehmer sind. Daher auch die traditionell guten Wirtschaftsbeziehungen, die ihren Höhepunkt während der Präsidentschaft von Hugo Chaves und der Regierungszeit von José Socrates hatten. Doch jetzt ist Nicolas Maduro an der Macht und obwohl „Maduro“ zu Deutsch „Reife“ bedeutet, zeigt sich Nicolas Maduro eher als unreif für das Amt des Präsidenten.


Es scheint fast schon ein Aprilscherz zu sein, ist aber purer Ernst. Nicolas Maduro hatte seinem Volk (das bedeutet im Klartext, seinen Anhängern) versprochen, dass er rechtzeitig zu Weihnachten die traditionelle Schweinshaxe verteilen würde. Da dies wohl nicht geklappt hat, brauchte El Presidente schnell einen Sündenbock: „Was mit der Schweinshaxe passiert ist? Wir wurden sabotiert und ich kann von einem Land insbesondere sprechen – Portugal! Es war alles vorbereitet, wir haben alle Schweinshaxen gekauft, die es in Venezuela gab, aber wir mussten zusätzlich importieren und der Kauf wurde sabotiert“, rechtfertigte sich der südamerikanische Staatschef.


Der Präsident im Trainingsanzug hat eine etwas merkwürdige Erklärung. Er meinte, dass die Schiffe aus Portugal verfolgt und sabotiert wurden. Auch die USA oder Kolumbien werden beschuldigt, Bankkonten gesperrt zu haben, die das Fleisch bezahlen sollten. Letzteres ist durchaus möglich, da Donald Trump dies und ähnliche Maßnahmen bereits angekündigt hatte. In Bezug auf die „Sabotage der mit Schweinshaxe beladenen Schiffe“ handelt es sich jedoch um eine Verschwörungstheorie, die das Volk beruhigen soll, dass zu Tausenden auf die Straße geht und ihr Essen fordert.


Doch in Portugal hat eines der Unternehmen, dass Fleisch nach Venezuela exportiert eine andere Erklärung. Die Agrovarius gab eine Pressemitteilung heraus, der nach sie 2016 an die Regierung von Venezuela 14 Tonnen Fleisch im Wert von 63,5 Millionen Euro geliefert hat. Davon seien noch 40 Millionen Euro offen. Venezuela habe garantiert, dass diese Rechnung bis März 2018 bezahlt werde. Dennoch lieferte dieses Unternehmen 2017 kein Fleisch in das zutiefst verschuldete Land.


Um die Situation noch etwas komplizierter zu gestalten, sickerte auch durch, dass die Staatsanwaltschaft Portugals wegen Betrugs ermittelt. Verträgen zufolge wird das Fleisch aus Portugal subventioniert. Doch es besteht der Verdacht, dass portugiesische Unternehmen Fleisch aus Spanien kauften und als portugiesisches Fleisch umdeklarierten. Dieses Fleisch ging dann in den subventionierten Export nach Venezuela – so zumindest der Verdacht. Da das Thema nicht nur dem Justizgeheimnis unterliegt, sondern jetzt auch noch diplomatische Wellen schlägt, ist es hoch brisant. Eben ein weiteres Kapitel im Kampf um die Macht im Land mit der größten Ölreserve der Welt.