Sturmtief Ana verwüstet die Iberische Halbinsel und zieht nach Osten

Überschwemmungen in Portugal - screenshot YouTube

Mit Orkanstärke von bis zu 130 KM/H und extremen Regenfällen zieht Sturmtief Ana über den Golf von Biskaya und sorgt dabei für enorme Sachschäden in der nördlichen Hälfte der Iberischen Halbinsel.


Von Rui Filipe Gutschmidt

Ana“ dürfte wohl ein Weihnachtsmuffel sein, denn sie fegte den Weihnachtsschmuck aus den Innenstädten und sorgte dafür, dass Vielerorts die Lichter ausgingen. Andererseits schaufelte das Tiefdruckgebiet auch polare Kaltluft nach Süden, was in Portugals und Spaniens Bergen zu massivem Schneefall führte. Hoher Seegang von bis zu 10 Meter lässt die Fischerboote im Hafen.


Man sollte wohl vorsichtig sein mit seinen Wünschen. Nach der größten Trockenheit in Portugal und weiten Teilen Spaniens, seit es Aufzeichnungen gibt, hofften alle nur auf Regen. Doch wie das nun mal so ist, erst kommt gar nichts und dann scheint alles auf einmal zu kommen! Mit den massiven Regenfällen kamen auch Probleme, mit denen man zwar gerechnet hat, gegen die man aber nichts machen kann. Wenigstens die Feuerwehr und Zivilschutz waren diesmal darauf vorbereitet.


Portugal: Eine Tote, ein paar Leichtverletzte und Schäden in Millionenhöhe


Der wegen der Großfeuer unter Kritik geratene Zivilschutz hat zumindest Überstunden gemacht und Notstromversorgung vorbereitet, um die Kommunikationswege zu sichern. Eine Frau starb dennoch, als ein Baum auf sie stürzte und ein paar Leichtverletzte sind zu beklagen. Bäche traten über die Ufer und die Kanalisation konnte an vielen Stellen die Wassermengen nicht weiter verkraften. Straßen, Garagen und Keller wurden überschwemmt, Dächer abgedeckt und alles was nicht entsprechend gesichert wurde, wurde weggeblasen.


An der Küste, je nach Lage des Strandes, wurde der Sand in die Häuser der Fischer geblasen, während das Meer gleichzeitig den Sand von den Stränden verschlang. Einige besonders stürmische Winter sind in der Lage, die Strände komplett zu zerstören. Eine Nord-Südströmung zieht den Sand ständig von den Stränden und durch die Staudämme liefern die Flüsse nicht mehr genug Nachschub. So muss also der Mensch nachhelfen und mit Baggern, Planierraupen und anderem schweren Gerät den Sand aus den Flüssen holen und an den Stränden verteilen. Die Sandstrände sind nicht nur für den Tourismus wichtig, sondern sind in erster Linie für den Küstenschutz die erste Barriere, hinter der Dünen und die Häuser von Fischern in Sicherheit sind.


In den verbrannten Gebieten gibt es kaum Wurzeln, um das Erdreich zu festigen und somit löste dieses Unwetter Erdrutsche und Schlammlawinen aus. Die Asche aus den ebenso abgebrannten Industriegebieten ist noch dazu voller Giftstoffe, die jetzt in die Flüsse gespült werden - auch über die Kanalisation – und die das Erdreich und das Grundwasser verseuchen.



Aber zum Schluss dann doch noch etwas weihnachtliches. In der Bergregion des Serra da Estrela (Berg des Sterns), vielen ein paar CM Schnee und wie üblich fahren Schaulustige aus dem ganzen Land dort hin, um ihren Kindern den Schnee zu zeigen. Die einzige Ski-Instanz Portugals kann also schon mal den Betrieb aufnehmen. Für den Verkehr werden die nächsten Tage aber schwierig, da es nur wenige Räumdienste im Land gibt und die polare Kaltluft in den nächsten Tagen noch mehr Schnee in den Norden Portugals – wie auch Spaniens – bringen wird. Da hilft nur warm anziehen und es sich im trautem Heim gemütlich machen.