Die vergessenen Opfer des Hitlerfaschismus

Arbeit macht frei, Auschwitz - Pixabay CC 0 Lizenz

Zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 73 Jahren

Heute vor genau 73 Jahren, am 27. Januar 1945 befreite die Sowjetarmee das Vernichtungslager Auschwitz. Seit 1996 gedenkt Deutschland, seit dem Jahr 2005 ist der 27. Januar internationaler Gedenktag für die Opfer des Hitlerfaschismus.


Von Andreas Habicht – 27. Januar 2018

Wenn von den Opfern des Faschismus geredet wird, werden von offizieller Seite meistens nur die knapp 6 Millionen jüdischen Opfer genannt und es wird meist “großzügig” vergessen, dass die Opferzahlen in Wahrheit bei weitem größer waren.

Die Vernichtungsmaschinerie des faschistischen deutschen Staates, bestand nicht nur aus Konzentrationslagern, sondern war durch Ghettos, Zwangsbordelle und Lager für Arbeitssklaven so dicht, dass sie seinerzeit eigentlich den Deutschen nicht hätte verborgen sein können. Insgesamt soll dieser Vernichtungsapparat aus rund 42.500 Lagern bestanden haben 1).



Allerdings beschränkte sich das Morden nicht auf diese Lager. Auch Verbrechen an der Zivilbevölkerung, hauptsächlich in den besetzten Gebieten, waren an der Tagesordnung. So wurden schätzungsweise rund 10 Millionen Menschen durch Erschießen oder Aushungern ermordet, weil sie nach Ansicht der selbst erklärten “Herrenmenschen”, eben “Untermenschen” waren.

Am 22. Juni 1941 begann das “Unternehmen Barbarossa”, der Überfall der faschistischen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Es hätte ein “Blitzkrieg” werden sollen, bei dem man schon von vorne herein 30 Millionen Tote “einplante”. So sollten nicht nur die Repräsentanten des sowjetischen Staates und die “bolschewistische Intelligenz”, sondern auch “überflüssige Esser” liquidiert werden. Die große Masse der Bevölkerung sollte versklavt werden.

Die Gewalt der Faschisten richtete sich sowohl gegen die Zivilbevölkerung, als auch gegen Soldaten. Rund 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene verloren ihr Leben. Alleine die Blokade Leningrads fordert rund eine Million Todesopfer. Die Stadt sollte nicht erobert werden, man wollte die Einwohner durch Aushungern töten 2).

Natürlich sollten wir an einem Tag, wie heute, nicht nur den jüdischen Opfern und den Opfern die das “Unternehmen Barbarossa” forderte, gedenken, sondern auch den unzähligen Anderen, die dem Vernichtungsapparat des faschistischen deutschen Staates zum Opfer fielen, wie Kommunisten, Sozialdemokraten, Freidenker, Anarchisten, Sinti und Roma, Behinderte und Homosexuelle.
All’ diese Menschen sollen uns dazu mahnen, alles dafür zu tun, dass sich so etwas niemals mehr wiederholt!

Quellen:


  1. DIE ZEIT, 13. Juni 2017, Gedenken zweiter Klasse: