Kann man Fisch überhaupt noch essen?

Aquakultur Fisch Pixabay Lizenz CC0 Public Domain 

Immer neue Meldungen über Schwermetalle und Plastikteile in den Meerestieren verunsichern den Verbraucher. Fazit ist bei der Umweltbelastung unserer Meere dürfte langfristig der Fischverzehr immer ungesünder werden.

Von Edgar Schülter - 25. Februar 2018

Jeder Bundesbürger verzehrt pro Jahr zirka 15 Kilogramm Fisch. Fisch soll eigentlich gesund sein wegen seinen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Das wäre auch alles schön und gut wäre da nicht leider die Tatsache, dass unsere Meere immer stärker in eine Müllhalde umgewandelt werden. So findet man immer häufiger bei den Fischen Biozide, Schwermetalle, Plastikteilchen und andere Industriegifte die durch die Nahrungskette wieder bei uns auf dem Tisch landen.
Auch die Umweltorganisation Greenpeace hatte gerade bei Speisefischen aus Nord- und Ostsee über Tributylzinn (TBT) schon hingewiesen.

Fische mit Zinnverbindungen belastet

TBT ist ein äußerst schädliches Umweltgift, dass vor Jahren als Bestandteil von Holzschutzmitteln in Verruf geraten war. Es wird bei Schiffsanstrichen benutzt um diese zu schützen gegen Algen, Schnecken, Muscheln und verhindert so den Bewuchs des Schiffsrumpfes. Das Problem liegt hierbei, dass das schwer abbaubare Gift auf dem Meeresboden gelangt und somit durch Kleinstlebewesen über die Nahrungskette bei größeren Fischen ankommt. Schon bei Stichproben von Flunderfilets wurden bereits TBT-Mengen von 3 – 6 Mikrogramm pro Kilogramm nachgewiesen. Leider geschieht das gleiche bei Mikroplastikteilen die ebenfalls durch die Nahrungskette wieder zum Menschen gelangen und Krebserregend sind.

Fisch in Dosen ebenfalls keine gesunde Lösung

Bei Dosenfisch kommt noch ein weiteres Problem namens Biphenol-A-diglycidylether (BADGE) hinzu. Es ist in der Innenbeschichtung vorhanden und wir von Öl oder Fetthaltigen Lebensmitteln aus der Dose herausgelöst.
Hohe BADGE Werte wurden in Konservendosen mit Sardellenfilets und Muscheln nachgewiesen. BADGE ist extrem giftig, die reaktive Verbindungen können sich an Körpereigene Eiweiße und an Bausteine der Erbsubstanz anlagern. Das Ergebnis ist Krebs.

Viele Fischbestände sind überfischt, auch bestimmte Fangmethoden schaden der Umwelt

Es empfiehlt sich den Fisch beim Fischhändler des Vertrauens zu erwerben, nur dieser weiß genauere Auskunft wo der Fisch herkommt. Bei Supermarktketten dagegen ist gerade bei Fertiggerichten die Herkunft des Fisches schlecht erkennbar. Die Lösung können immer mehr Qualitätssiegel sein. Das MSC-Siegel steht zum Beispiel für Fische aus nachhaltiger Fischerei. Das ASC-Siegel oder die Bioland- und Naturlandsiegel wird vom WWF empfohlen als Orientierung bei Zuchtfischen aus Aquakulturen.

Solange jedoch die Umweltverschmutzung unsere Meere so weitergeht und die Politik sich nicht verantwortlich fühlt, dürfte in Zukunft Fisch essen alles andere wie Gesund werden. Der Mensch vergiftet sich auf Umwegen selbst.