Masernausbruch in Portugal – was steckt dahinter?

Masernviren verursachen Lungenentzündung Wikimedia Commons CC 0 Public Domain
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Der Masernausbruch in Portugal ist – gelinde gesagt – verdächtig und absolut ungewöhnlich. Von 145 Verdachtsfällen bestätigten sich bislang 53. Verdächtig ist die Verbreitung in einer Region mit über 98 Prozent Impfschutz.

Von Rui Filipe Gutschmidt - 20. März 2018


Letzte Woche kam es in Nordportugal zu einem Masernausbruch. Nach den ersten Fällen, die im Santo Antonio Krankenhaus, in Porto, diagnostiziert wurden, kam es zu immer mehr Fällen in immer mehr Städten. Bislang wurden 145 Verdachtsfälle registriert, von denen sich 53 bestätigten. Beinahe stündlich kommen neue Fälle hinzu und zwar in immer mehr Städten.

2016 erklärte die WHO (Weltgesundheitsorganisation) Portugal zu einem „Land frei von Masern“, nachdem 36 Monate lang kein Fall im ganzen Land bekannt wurde. Dazu gehört gesagt, dass in Portugal zwar Meldepflicht gilt – wie in den meisten Ländern der Welt – aber keine Impfpflicht. Doch letztes Jahr gab es einen Ausbruch mit 20 Infizierten, von denen 12 im Gesundheitssystem tätig waren (sind). Das ist jetzt etwa ein Jahr her aber noch gut im Gedächtnis der Bewohner von Cascais, bei Lissabon, da eine 17-jährige Schülerin an den Komplikationen der Infektion verstarb. Ein weiterer Ausbruch kurze Zeit später an der Algarve, verlief hingegen glimpflich mit 7 Infizierten.

Masern verlaufen für gewöhnlich ohne größere Probleme, besonders dann, wenn man geimpft wurde. Denn die Impfung vermeidet nicht eine Infektion. Lediglich der Verlauf der Erkrankung wird abgeschwächt und der geimpfte, selbst wenn er erkrankt, ist nicht infektiös.

Ohne Impfung aber, so die Erfahrung beim statistischen Durchschnitt, führt jede vierte Erkrankung zu Komplikationen und zu einer stationären Behandlung. Durchfall, Sehstörungen, Infekte in Innenohr, Lungenentzündung, Hirnhautentzündung und ähnliches mehr, können schwere Folgen haben. Doch nur einer von Tausend mit Masern infizierten stirbt an den genannten „Komplikationen“.

Die Impfung, die im Alter von 12 Monaten und, eine zweite Dosis, die im Alter von 5 Jahren verabreicht wird, sorgt demnach dafür, dass sie die Verbreitung und die Komplikationen in Grenzen hält. Der Norden Portugals hat eine Impfrate von 98 Prozent. Die Menschen können sich noch an Zeiten erinnern, als nur die wenigsten Zugang zu ärztlicher Versorgung und somit auch zu Impfungen hatten. Damals kam es öfter zu schweren Komplikationen und die Masern trugen auch zu einer hohen Kindersterblichkeit bei. Impfgegner gibt es nur wenige, da die Menschen bei den meisten Impfungen gute Erfahrungen gemacht haben.

In anderen Ländern ist das nicht so und daher hat man dort eine Impfpflicht eingeführt. Es handelt sich dabei aber nur um 14 Staaten, bei denen die Masernimpfung Pflicht ist. Rumänien, Bulgarien, Belgien, Frankreich, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Griechenland, Polen, Ungarn, Lettland, Malta und Italien, wo bei einer Nichteinhaltung Geldstrafen von 500 bis 7.500 Euro verhängt werden.


Dieser Virus ist anders...

Doch bei der diesjährigen Epidemie ist etwas anders also sonst. Nicht nur die Anzahl der Infizierten, die bei der hohen Impfrate viel niedriger sein sollte, sondern auch die Verbreitung der Fälle, die in immer mehr Krankenhäusern und immer weiter von Porto gelegenen Städten zu finden sind, zeigen ein Bild eines ungewöhnlichen Krankheitsverlaufs. Erst Porto, dann Vila Nova de Gaia, Matosinhos, dann Braga und nun auch schon Coimbra.

Doch damit nicht genug. Nur ein Kind ist unter den Verdachtsfällen, während ausgerechnet gesunde, 20 bis 40 Jahre alte Erwachsene, ein ungewöhnlich schweres Krankheitsbild zeigen. Worüber man auch noch nichts genaueres weiß - oder nichts bekannt geben will – ist die Quelle der Infektion. 2017 war der Ursprung einmal Rumänien und einmal Nordeuropa. Diesmal ist der Ausgangsort der Epidemie noch nicht klar.

Wenn wir also überlegen, dann sehen wir einen Virusstamm, der anscheinen resistenter ist gegen die Impfung. Zumindest die älteren Impfungen sind nicht so effizient darin die Infektiosität zu vermeiden und einen milderen Krankheitsverlauf zu garantieren. Ob sich dieser Anschein letztlich wissenschaftlich bestätigt, müssen die Mediziner in ihren Labors herausfinden. Die Pharmakonzerne ruhen sich auf den Errungenschaften einiger Forscher aus, solange sie nur genug Gewinn machen. Doch ich sage immer schon, dass man mit der Gesundheit der Menschen nicht spekulieren sollte. Es ist Aufgabe des Staates diese Forschung zum Wohl der Menschen (und Tiere!!!) voranzutreiben. Die Impfstoffe, die vor 50 Jahren noch wie Wunder angesehen wurden, sind inzwischen nicht mehr effizient und haben noch viele, mitunter schwerwiegende, Nebenwirkungen.