Pestizide werden endlich von der EU als Gefahr für Bienen eingestuft

Bienentod Bild von - screenshot Youtube
Laut einer neuen Untersuchung kommen zum Ergebnis, dass Neonicotinoide Pestizide beim Gebrauch in der Landwirtschaft extrem gefährlich für die Bienenvölker sind.

Von Edgar Schülter - 04. März 2018

Die Gefahr von Neonicotinoide für Honig und Waldbienen wurde von der EFSA, der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, in einer neuen Risikobewertung bestätigt.

Die Nutzung dieser Insektengifte unterliegen strengen Auflagen und könnten weiter eingeschränkt werden.

Schon im Jahr 2013 kam von der Efsa eine Studie zum Ergebnis, dass Neonicotinoide, sprich die Insektizide Chlothianidin und Thiamethoxan, die zur Behandlung von Saatgut verwendet werden erhebliche Risiken für Bienenvölker darstellen. Die EU Kommission schränkte die Nutzung dieser Gifte ein, Sie durften nur noch in Gewächshäusern verwendet werden.

Es gilt eine Neubewertung der Wirkung von Neonicotinoide abzuwarten. Sollte die Schädlichkeit dieser Stoffe nachgewiesen werden, müsste die Verwendung endgültig verboten werden.

Nichtregierungsorganisationen wie „Save the Bee coalition“ fordern schon länger ein Verbot solcher Pestizide.
Experten warnen, dass schon sehr geringen Mengen dieser Pestizide auf Bienen tödlich wirken.

Warum sind Bienen so wichtig?

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“ (Zitat Albert Einstein, 1949).

Die Bedeutung der Honigbiene ist extrem wichtig für unser ganzes Ökosystem. Hier fängt die Symbiose mit der Pflanzenwelt an. Bienen brauchen den Nektar, Pflanzen wiederum brauchen einen Bestäuber, um ihre Pollen zu verbreiten und sich so zu vermehren.

Unter allen Bestäubern spielt die Honigbiene die größte ökologische Rolle: Fast 80 Prozent aller Nutz- und Wildpflanzen werden von der Westlichen Honigbiene – wissenschaftlich auch apis mellifera genannt – bestäubt. Die restlichen 20 Prozent gehen auf das Konto von Hummeln, Fliegen, Wildbienenarten, Schmetterlingen und anderen Insekten. Diese sind im Vergleich zu Bienen aber oftmals sehr spezialisiert und „arbeiten“ daher langsamer.

Bienenbestand geht seit Jahren gefährlich zurück

Die Honigbiene ist aus dem Leben der Menschen nicht wegzudenken, jedoch ist der Bestand der Bienen seit Jahren in Gefahr. Seit einiger Zeit kommt es periodisch und flächendeckend zu einem bedrohlichen Rückgang von Bienenvölkern. Im Winter 2005 gab es in den USA ein mysteriöses Massensterben, dem rund 80 Prozent aller Bienen zum Opfer fielen. Auch in Deutschland waren in den vergangenen 10 bis 15 Jahren signifikante Rückgänge bei Bienenvölkern zu beobachten.