Spaniens Frauen treten in den Generalstreik - Proteste in vielen Städten am internationalen Frauentag

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100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg und nachdem Frauen seit immer und ewig für gleiche Rechte kämpfen, haben wir in Europa zwar Gesetze für Gleichberechtigung, aber die Mentalität hat diese Entwicklung nicht mitgemacht. In Spanien gingen gestern 6 Millionen Frauen und Männer auf die Straße beim ersten Frauen-Generalstreik der Geschichte.

Von Rui Filipe Gutschmidt 09. März 2018

Die Frauen in Spanien – wie auch an vielen anderen Orten – haben es satt. Gestern, am 8. März, dem internationalen Frauentag, gingen Menschen in aller Welt auf die Straße. Ja, Menschen – nicht nur Frauen! Doch in Spanien, wo ein tief verwurzelter Machismus in vielen Regionen und in breiten Schichten der Gesellschaft verankert ist, haben sich die Gewerkschaften etwas besonderes einfallen lassen...

Spanien: „Greve feminista“ - Generalstreik der Frauen

In Spaniens Hauptstadt Madrid mobilisierten Gewerkschaften über 10.000 Menschen, die sich zu Kundgebungen auf der „Plaza de Cibeles“ im Zentrum der Metropole versammelten. Die Demonstration verlief friedlich unter dem Motto „Lebendig, frei und gemeinsam für die Gleichberechtigung.“ Das Szenario wiederholte sich in vielen weiteren Städten Spaniens und die Veranstalter werteten den ersten „feministischen Streik“ der Geschichte des Landes als vollen Erfolg.

In Portugal hat das schlechte Wetter viele davon abgehalten auf die Straße zu gehen, aber in Porto, Lissabon und ein paar anderen Städten versammelten sich dennoch einige Menschen und die Medien des Landes befassten sich mit dem Thema Gleichberechtigung, Gewalt gegen Frauen, Chancengleichheit und Frauen in Führungspositionen. Damit spiegeln die Medien das Interesse der Gesellschaft Portugals wider.
Im Rest der Welt

In Russland ist der Frauentag ein Nationalfeiertag. Doch auch hier fanden sich nur wenige, die auf Moskaus Straßen gegen häusliche Gewalt und sexuelle Belästigung zu demonstrieren. Präsidentschaftskandidatin Ksenia Sobtschak protestierte vor der Duma und forderte die Entlassung eines bekannten Abgeordneten, dem mehrere Journalistinnen sexuelle Belästigung vorwerfen.

In Frankreich wurde gestern die Zeitung Libération für Männer 50 Cent teurer verkauft, um somit das Lohngefälle von 25 Prozent zu symbolisieren. Die größte französische Tageszeitung setzt damit ein Zeichen, da die ungleiche Bezahlung nach wie vor eine Tatsache ist, obwohl das Gesetz das verbietet.

In Asien waren die Proteste eher bescheiden. In China zum Beispiel, protestierten Studenten an der Tsinghua Universität. Doch auf den Philippinen demonstrierten Tausende von Aktivisten mit rosa und lila T-Shirts in der Innenstadt von Manila. Der Protest richtete sich gegen die Diskriminierungs- und Drogenpolitik des Präsidenten, Rodrigo Duterte. Die Verteilung von roten und weißen Rosen an die Mütter, Witwen und Schwestern von ermordeten Drogenabhängigen oder anderen Opfern der Polizeigewalt hatte starke Symbolkraft.

In Afghanistan versammelten sich Hunderte von Frauen in der Hauptstadt Kabul, um den Tag zu feiern und den Führern des Landes zu sagen, dass es noch viel zu tun gibt. Frauen sollen eine Stimme bekommen. Bildung für Mädchen und der Schutz afghanischer Frauen vor Gewalt, sind die wichtigsten Punkte im Land der Taliban, des Opiumanbaus und der internationalen „Friedenstruppen“.

Ob Indien, Südamerika, Asien oder Afrika, ob Muslime, Christen oder irgendeine andere Religion, alle Länder, Völker oder Kulturen kennen das Problem... Frauen werden als Menschen zweiter Klasse gesehen und misshandelt. Die Gesetze in Europa und den USA, Kanada und Australien, Japan, Russland und so weiter sind zwar gut gemeint, aber was sich ändern muss ist die MENTALITÄT! Frauen und Männer haben die gleichen Rechte und Pflichten. Körperliche Unterschiede kann man nicht verallgemeinern und auch sonst ist die Diskriminierung ein Übel, welches die Menschheit von seiner Entwicklung abhält. Wenn Frauen und Männer gleichermaßen eine gute Bildung genießen dürfen und sich nicht nur ein Teil der Gesellschaft frei entfallten darf, dann können wir eine rosige Zukunft erwarten. Dazu muss sich – ich sag es nochmals – die Mentalität ändern!

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