Wie der Euro uns ärmer machte

Eurozeichen vor der EZB - Bild von Austin Key Flickr.com CC BY-SA 2.0 

Nach der Einführung des Euro oder auch „Teuro“, fragen sich viele wie sich unser Wohlstand so verändert hat. Fakt ist, dass nie zuvor die Kluft zwischen arm und reich so groß war.

Von Edgar Schülter - 21. März 2018

Schön waren die 70er Jahre. Damals arbeitete man noch um Wohlstand zu erlangen. In der Tat bekam damals ein reicher im Jährlichen Durchschnitt 10 mal mehr wie ein jährliches Durchnittsgehalt der Mittelklasse. Heute sieht es jedoch so aus das ein Reicher weit mehr als 100 mal soviel verdient. Die gesamte Kaufkraft der Mittelklasse aber wurde in den letzten Jahrzehnten immer weiter geschwächt.

Im Jahre 2002 wurde dann der Euro eingeführt. Rechnet man jedoch heute in D-Mark um, sieht man schnell wie viele Sachen ihren Preis verdoppelt haben. Kann man von vielen Gehältern wohl nicht behaupten. Kurz nach der Einführung des Euros stiegen die Preise für alltägliche Güter um mehrere Prozent. Alles was wir täglich bezahlen mussten, wurde eben teurer.

Die Löhne folgten nie den entstandenen Kosten

Während des ersten Euro Jahrzehnts, stieg die Teuerungsrate für Güter des täglichen Bedarfs um 1,6 Prozent, die Löhne dagegen nur 0,8 Prozent, also nur die Hälfte. Folglich verarmte die Mittelklasse und verlor an Kaufkraft. Alleine zwischen Dezember 1991 und November 2001 betrug die Teuerungsrate für Nahrungsmittel 9,6 Prozent. Wir reden hier von täglichen Bedarfsgütern.
Zwar wurde Bekleidung sogar billiger, weil diese aus Ländern der dritten Welt und vor allem aus China kam, doch bedeutet das nicht viel für unseren Geldbeutel, da man nicht jeden Tag neue Kleidung kauft.

Autos sind wesentlich teurer geworden

Der Autopreis-Index zwischen den Jahren 1986 und 2016 stieg um 86 Prozent an. Ein Fiat Tipo kostete beispielsweise bei seiner Einführung im Jahr 1988 21 600 DM oder 11.043,90 Euro. Heute kosten seine Nachfolgemodelle an die 16 690 Euro.

Ein Opel Kadett kostete 1986 an die 11.117,01 Euro und heute zahlt man locker, je nach Ausstattung, zwischen 16.990 Euro bis zu 21.450 Euro.

Besonders krass ist es bei Luxusmodellen. Ein Mercedes S-Klasse kostete im Jahr 1981 26.935,37 Euro und heute zahlt man satte 111.027 Euro dafür. Gut - bedenke man, dass die Gehälter der Manager ohnehin deutlich gestiegen sind, können diese ja mithalten.

Die Preise sind in ganz Europa gleich, egal wie die Gehälter aussehen

Früher reiste man beispielsweise nach Portugal, und freute sich darauf günstig Ware kaufen zu können wie Schuhe oder Bekleidung, auch das Essen in den Restaurants war sehr günstig sowie die Hotelübernachtung, Dank des schwächeren Escudos gegenüber der Deutschen Mark. Das gleiche galt auch mehr oder weniger für andere Länder wie Spanien, Italien oder Griechenland.
Nun ist es damit vorbei. Obwohl in Portugal das Mindestgehalt
heute bei 580 Euro liegt. Kosten Schuhe, Bekleidung, Haushaltsgeräte und anderes genauso viel wie anderswo im Euroraum.

Meiner Meinung nach hat die Einführung des Euros für den Bürger des Mittelstandes wenig gebracht. Die Industrie aber, sprich ihre Inhaber und Manager haben deutlich davon profitiert. Wir züchten täglich neue Millionäre, die Mittelklasse hingegen, geht leer aus.