China verbietet den Osterhasen, Philippinen werden folgen

Osterhasen und Eier aus Schokolade Bild von Günter Hentschel - Flickr.com CC BY-ND 2.0
In China werden die Uhren seit der Wiederwahl von Präsident Xi Jinping und der Verfassungsänderung, die ihm ermöglicht unbegrenzt an der Macht zu bleiben, wieder zurückgedreht. Nicht nur in Sachen Machterhalt ähnelt Xi seinem berühmten Vorgänger Mao. Es scheint, als wolle auch Jinping eine neue Kulturrevolution...

Rui Filipe Gutschmidt – 1. April 2018

In Peking weht ein neuer Wind. Dieser ist auch nötig, um den täglichen Smog aus der Stadt zu pusten, in der das Atmen schwer fällt und in dessen Umland riesige Kohleflöze unterirdisch brennen und Unmengen an giftigen Gasen in die Atmosphäre blasen. Dazu kommt der Autoverkehr und die Kohlekraftwerke, die zwar immer bessere Filter bekommen, die aber am Problem nur wenig ändern.

Es ist der Preis für den Fortschritt, den das Reich der Mitte zu zahlen hat und bei dem so manch ein älterer Bürger Sehnsucht bekommt, nach der Zeit des Maoismus. Man führ mit dem Fahrrad zur Arbeit, wo seine Errungenschaften anerkannt wurden und obwohl man nur wenig hatte, war man doch zufrieden – die anderen hatten ja auch nichts.

Heute ist die westliche Dekadenz über China hereingebrochen. Mit einem Raubtierkapitalismus ohne Hemmungen produziert China alles was der Westen produziert – nur billiger! Dafür zahlt eine neue Unternehmerelite, allesamt Parteimitglieder, ihren Arbeitern nur Hungerlöhne. Sie stellen ihren Reichtum unverholen zur Schau und provozieren so ein Gefühl, dass zu Maos Zeiten fast ausgerottet schien – Neid!

Jetzt will die Partei wieder etwas Mäßigung in der Gesellschaft und man ist bemüht Symbole der westlichen Gier zu verbannen. Dazu gehören auch Traditionen, die von Auslandschinesen eingeführt wurden und mit denen sich einige eine goldene Nase verdienen. Der Osterhase ist ein solches Symbol des Konsumismus und passend zum Datum wurde angekündigt, dass Schokoladenhasen, bemalte Eier und die ganze Osterhasen-Industrie ab 2019 verboten wird. Osterhasen für den Export werden aber weiterhin in China produziert.

Doch es ist nur der Anfang. Weihnachtsmann, Halloween und Valentinstag stehen ebenso auf der Abschussliste, wie die japanische Glückskatze „Maneki Neko“, die am Eingang von immer mehr Geschäften Chinas die Kunden begrüßt. Ihnen allen droht das baldige Aus.

Auf den Philippinen ist es ein anderer Grund. Der ultrakonservative Präsident Duterte will den Osterhasen verbieten, weil „diese heidnische Tradition nicht zu den katholischen Philippinen gehört“. Doch auch die philippinischen Osterbräuche sind dem rechtspopulistischen Präsidenten ein Dorn im Auge. Die Kreuzigungen sind ein „blutiges Spektakel, dass mich zu sehr an Bräuche der Fakire im Hinduismus oder an die Schiiten beim Ashura-Fest in Kerbala erinnern.“

In diesem Sinne: „Lauf Hase, lauf um dein Leben!“

Zum 1. April erlaubten wir uns einen Aprilscherz. China wird weder den Osterhasen noch sonst einen Grund für dekadentes Konsumieren bis die Kreditkarte glüht verbieten. Auch auf den Philippinen hat Duterte nichts dergleichen gesagt und ganze Story ist frei erfunden - Fake News eben. Doch wer darauf reingefallen ist, keine Sorge. Eine Mischung aus Wahrheit und Lügen, mit plausibel erscheinenden Themen ist die beste Form der Lüge. Wenn diese dann von einer Quelle stammt, die für ihre Wahrheitsliebe bekannt ist, dann ist die Lüge perfekt. Täglich bekommen wir solche Lügen aufgetischt und täglich fallen wir darauf herein. Leider werden sie nicht, wie diese hier, am nächsten Tag aufgeklärt. Also wachsam bleiben, Freunde....