Der unsichtbare Maulkorb im Netz

Zensursula Sperrwache at the Brandenburg Gate, Berlin - Bild v. Franz und P. Flickr.com CC BY 2.0


Immer wieder haben Seitenbetreiber mit Problemen zu kämpfen, die den etablierten Massenmedien völlig fremd sind. Die Beiträge zu bewerben, durch das posten in den sozialen Netzwerken (dann aber gesperrt werden), um Spenden zu bitten, um die Spesen zu bewältigen, sich mit Trollen herumschlagen, die wer weiß von wem bezahlt werden, um unsere Arbeit zu erschweren und... immer strengere „Sicherheitsbestimmungen“ = Zensur, im Netz...

Rui Filipe Gutschmidt 28. April 2018

Wir alle, die wir uns im Internet für freie, unabhängige Medien einsetzen, bemerken wie die bestehenden Machteliten gegenhalten und ihre jeweiligen Propagandamedien begünstigen. Wir, die kleinen Newsportale und Blogger, Kommentatoren und Autoren wiederum, tauschen uns aus, bemühen uns vielseitig informiert zu bleiben und zu informieren. Dabei gibt es auch hier unmengen an schwarzen Schafen, wobei eine eigene Meinung – oft als „tendentiöser Journalismus“ bezeichnet – nicht nur normal, sondern sogar wünschenswert ist.

Vorwurf: „Ihr seid tendentiös“

Immer wieder hört man den Vorwurf, die freie Presse sei tendentiös, würde einseitig berichten, würde nichts als Lügen und Verschwörungstheorien verbreiten. Doch was heißt das eigentlich? Jeder Journalist hat eine eigene Meinung zum Weltgeschehen und somit auch über das jeweilige Thema, über das er gerade berichtet. Eine reine Auflistung von Fakten andererseits, ist die eher stumpfsinnige Arbeit der Nachrichtenagenturen, die in ihrem Newsticker den Kollegen in aller Welt das Rohmaterial zur Verfügumg stellen, aus denen diese dann ihre Beiträge zusammenstellen.

In den großen und mittleren Redaktionen werden Themen eingebracht, eine Auswahl getroffen und dann verteilt man die Arbeit an die Journalisten, die sich auf das eine oder andere Themen spezialisiert haben. Oft bringen die Journalisten ihre Themen selbst ein, aber am Ende hat die Redaktion das Sagen. Es folgt eine Recherche zu den Hintergründen und schlieslich gibt der Autor dem Artikel noch seine eigene Note.

Bei der Auswahl der Themen, der „Fakten“ die benannt werden oder eben als „nicht erwehnenswert“ gelten, bei der Wortwahl (Rebellen, Terroristen, Freiheitskämpfer, Miliz, Islamisten, Radikale, Populisten, Kommunisten, Nazis, Demokraten oder Diktatoren...), bei der Auswahl der Bilder oder gar Videos und generell bei der gesamten Aufmachung, ist der „Stempel“ des Autors, der Redaktion, des Publizisten. Dies gilt also für ALLE Nachrichtenportale, Magazine, Medien im allgemeinem. In diesem Sinne sind wohl alle tendentiös...

Der Unterschied zwischen freien Medien und dem Mainstream ist die Verpflichtung gegenüber den Geldgebern.

Die Abhängigkeit vom Geld ist in der ganzen Welt eine Tatsache. Von was soll man denn leben? Aber das Geld, dass von Werbeeinnahmen kommt, vom Verkauf im Druckformat oder als e-Book und selbst das Geld vom Staat, welches in Form von Subventionen an private Medienvertreter verteilt wird und dessen Kriterien nur schwer nachzuvollziehen sind, oder welches die öffentlich-rechtlichen Medien finanziert, sind hier nicht einmal das Problem. Es sind die Werbeverträge, die Subventionen und die „Anonymen Spenden“, die Herausgeber und Redaktion zu einer bestimmten „Richtlinie“ verpflichten, die im Grunde genommen den Tatbestand der Korruption erfüllen.

Natürlich sind viele Autoren auch einfach nur von der Richtigkeit ihrer Weltanschauung überzeugt. Demnach haben wir also pro-westliche, russlandfreundliche oder anti-amerikanische beziehungsweise anti-russische Medien und weltweit Medienkonzerne die ihren jeweiligen Interessensgruppen die Füße Küssen. Soweit zum Mainstream. Was aber ist mit denen, die sich als „freie Presse“ bezeichnen? „Frei“ bedeutet, dass die Herausgeber in ihren Inhalten keinem Staat, keiner Partei, Kirche, Konzern nebst Aktionären und eben auch keinem Investor Rechenschaft schuldig sind. Demnach müssen sich diese aber auch mit niedrigen Werbeeinnahmen und mit unverbindlichen Spenden zufrieden geben. Subventionen vom Staat gibt’s natürlich auch nicht.

Leider ist das aber nicht genug. Denn obwohl „Propagandamedien, die von religiösen, wirtschaftlichen oder politischen Quellen finanziert werden, sich nicht als „freie Presse“ bezeichnen können, steckt man uns, die wir aus Überzeugung schreiben, gerne mit den Seiten der Islamisten, der „Terroristen“ und der „Populisten“ in einen Sack! Denn für uns, die wir in demokratischen Rechtsstaaten leben und arbeiten und die wir nicht selten die Mängel und die Heuchelei der USA, der EU, Europas und des Westens an sich kritisieren, sind die Menschenrechte, der Umwelt- und Tierschutz und das Streben nach sozialer Gerechtigkeit mehr als blosse Floskeln.

Unsere Abhängigkeit von den sozialen Netzwerken ist unsere Achillesverse. Da wir nicht zu Gewalt, Mord und Totschlag aufrufen, niemanden beleidigen und uns auch generell nichts zu Schulden kommen lassen, verpasst man uns einen unsichtbaren Maulkorb! Reichweitenbegrenzung, Blockaden und Sperren, Computerviren und Hacker, horende Preise um online zu gehen einerseits und Centbeträge für platzierte Werbung andererseits, erschweren die Arbeit aller FREIEN MEDIEN. Der Maulkorb, den man uns angelegt hat, kann man nicht sehen, doch Newsportale wie Info-Welt, American Rebel, Graswurzel Post, Contra-Magazin, Neue Debatte oder Querdenkende, bekommen ihn zu spüren...!