Die Rolle der Grünen gegen Russland

Friedensengel Joschka (Maske) - Bild von Björn Láczay Flickr.com CC BY-SA 2.0


Wie die Grünen die Rolle der hinterlistigen Hauptakteure in der Politik des Westens übernommen haben.

Noel Nascimento – 5. April 2018

Die Zeit der infiltrierten Spione schien mit dem Zusammenbruch der UdSSR vorbei zu sein. Osteuropäer und Westeuropäer würden sich nähern, hat man damals gedacht. In einer Zeit der großen Schwierigkeiten, weil Russland, aus dem Marxismus kommend in materieller Not da stand, waren die deutsche Bahnhöfe mit Paketen aller Art überfüllt die dem braven leidenden Volk zur Hilfe geschickt wurden. Das Gefühl der Deutschen, durch die Erinnerungen des Krieges und der deutschen Invasion ließ sich dadurch ausdrücken und die Schuldgefühle der damals noch lebenden Generation des Krieges konnten besänftigt sein. Wer von uns hat nicht ein älteren Herrn gekannt oder kennengelernt der vom Krieg im Osten etwas erzählt hatte! Oft sogar in der eigenen Familie.

Nun, die Mauer war weg und die DDR gab es alsbald nicht mehr. Kohls Regierung endete schließlich mit Korruptionsskandalen und es war eine Zeit in der die Grünen als die Friedenspartei par excellence galten. Sie waren die Partei der Hoffnungsträger der Zukunft, des “Nein Danke“ zur Atomkraft, sie waren die Alternativen der Bewegung Schwerter zu Pflugscharen. Sie liefen in lumpigen Klamotten herum und kauften in Alternativläden und verkörperten Menschen aller gesellschaftlichen unerwünschten ausgefallenen Verhaltensweisen, wie die Entkriminalisierung der leichten Drogen wie Haschisch und Marihuana. Vorsichtshalber trug man Halstücher um den Hals herum um die Nase von Tränengas der nächstmöglichen Konfrontation mit der Polizei in unvorhersehbaren Friedensmärschen zu schützen, um gegen die Startbahn West in Frankfurt oder gegen den NATO Doppelbeschluss zur Stationierung von Pershing II Raketen im größten Friedensprotest der BRD, in Bonn 1982, dann wieder gegen den Besuch des Außenministers der Regierung Reagans, Alexander Haig, zu protestieren. Sie wollten aussteigen.

Aber mit dem Mauerfall und dem Ende der Sowjetunion würde man bald keine Friedensbewegung mehr benötigen. Wozu sollte dann noch eine Partei tauglich sein, die sich am stärksten für den Frieden einsetzte der jetzt bald einkehrte?

Die letzten Akte der Grünen zeigten sich dann als eine grüne Politikerin während eines Vortrages eines hochrangigen amerikanischen Militärs, diesem ein Glas voller Blut ins Gesicht kippte. Während dessen, tätigte der noch amtierende Außenminister Helmut Kohls, Hans Dietrich Genscher seine falschen Versprechungen den Russen gegenüber. Die NATO würde sich nicht weiter in Richtung Osten ausdehnen.

Was spielte sich während dessen bei den Grünen ab? Sie spalteten sich unter Realisten, die Realos, und Fundamentalisten, die Fundis. Ob man bald Verantwortung eingehen sollte, an möglichen Regierungen teilnehmen oder nicht, war der Streit. Aber dieser Streit blieb allem Anschein nach nicht nur im Bereich der Verantwortung. Als die Rede von möglichen Einsätzen der Bundeswehr im Ausland war, waren die Grünen, die Partei des Friedens“, wieder gespalten.

Eine gewisse Zeit lang schienen die Fundis sich durchzusetzen. Bis sich etwas unerwartetes ereignete blieben die Grünen die Protestpartei. Dann nicht mehr. Es kam die Nachricht im Mainstream durch, dass das Ehepaar Petra Kelly und Gert Bastian Selbstmord begangen hatte. Zwar hatten sich die Grünen für eine mögliche Teilnahme an der Regierung durch Parteiabstimmung entschlossen, aber war das alles? Klar, von der Privatsphäre des Paares wusste man nichts. Romeo und Julia nahmen sich das Leben.

Es stieg infolgedessen ziemlich rasant ein Name in der deutschen Politik auf, der unter den Grünen bislang sicherlich nicht die herausragendste Persönlichkeit war. Mit einer fast weiblichen verstellten Stimme, ein Gesichtsausdruck der eher einen pickenden Vogel erinnerte, stieg Joschka Fischer unter der Regierungskoalition mit der SPD und Schröder zum zweiten mächtigsten Mann der Republik. Plötzlich nahmen die Grünen nicht nur an einer Regierung teil, sondern waren sie dazu befugt, die Auslandspolitik zu bestimmen, Hans Dietrich Genscher zu ersetzen, und einige Zeit später dem Angriff auf die Volksrepublik Jugoslawien zuzustimmen. Und das waren mal die friedlichen Grünen.

Glaubt man an die Möglichkeit eines Romeo und Julia Dramas in der Politik, braucht man vielleicht gar nicht mehr darüber nach zu denken. Davon abgesehen dass damals Spionage, Mord und False Flag Geschichten nicht mal existierten, außer in James Bond Filmen, ließe sich des weiteren nicht vermuten dass das liebende Ehepaar Gerd und Petra aus ganz alltäglichen Überlegungen über eine Welt in der sie sich nicht mehr zu recht fanden, sich entschlossen haben, das Leben zu nehmen. Aus irgendeinem anderen Grund könnte so was einem jungen Mann der in einer südamerikanischen Militärdiktatur aufwuchs und die Methoden der CIA kannte, etwas verdächtig in der Sache finden. So war es auch mir.

Sieht man heute eine Grünen-Parteitag und wie ein kleiner blonder Junge Hassparolen gegen ein anderes Land wittert und dabei Applaus und Zustimmung mit fröhlichen Gesichter findet, lässt man sich gewiss auf achtzig Jahre zurück versetzen. Es fehlt dabei nur eine Uniform.

Lebt man jetzt doch in einer Zeit in der sogar Unterwanderung der Friedensbewegung durch faschistoide Gruppierungen und auch in Internetgruppen eingängige Sache ist, braucht man nur den Gedanken Folge zu leisten um nach Polizeilicher Methode die Folgen der Ereignisse zu betrachten, wenn einmal eines Tages nicht sofort qui bono festzustellen war.