Drei Österreicher ertrinken beim Gleitschirmfliegen in Portugal

Suchaktion am Praia do Meco, Setúbal - screenshot YouTube


An Portugals Atlantikküste herrschen derzeit gefährliche Wetterbedingungen. Starke Winde und unberechenbare Strömungen wurden zur Todesfalle für drei Gleitschirmflieger aus Österreich.

Rui Filipe Gutschmidt 10. April 2018

Das Meer forderte gestern das Leben von einer Frau und zwei Männern am Praia do Meco, Sesimbra, Distrikt Setúbal. Portugals Küstenwache gab bekannt, dass es bei einer Gruppe österreichischer Gleitschirmfliegern zu einem Unfall kam, der voraussichtlich allen dreien das Leben kostete. In einem Kommuniqué hieß es: "Angeblich hat eine aus zwei Männern und einer Frau bestehende Gruppe Paragliding praktiziert und zwei der Praktizierenden hatten bereits den Abstieg beendet, als das dritte Mitglied der Gruppe, eine Dame, ins Wasser fiel."

So soll die etwa 40-jährige Frau bei der Landung ins Wasser gefallen sein und ihre beiden Begleiter eilten ihr zu Hilfe. Doch die starke Strömung zog alle auf offene Meer hinaus. Einer der beiden Männer, im Alter von etwa 30 Jahren, konnte zwar ans Ufer gelangen, aber als die Rettungskräfte vor Ort ankamen, war es bereits zu spät. Alle Wiederbelebungsversuche schlugen fehl und der Tot wurde noch an Ort und Stelle deklariert.

Die Suche nach den beiden Vermissten erwies sich als äußerst schwierig. Noch immer wurden sie nicht gefunden, obwohl man den Gleitschirm immer wieder sichtet. Dieser bewegte sich gestern scheinbar nicht und man vermutete, dass die Seile Unterwasser festhängen. Bis Donnerstag sollen die meteorologischen Bedingungen eine Bergung der Opfer erschweren und für die portugiesische Küste gilt eine Unwetterwarnung. Der Wetterdienst hat die Alarmstufe Orange ausgerufen, welche die zweithöchste von insgesamt 4 Warnstufen ist.

Es kommt immer wieder zu tödlichen Unfällen an Portugals Atlantikküste, weil die Menschen nicht auf die Warnungen der Behörden hören. Man unterschätzt nur all zu oft die Gewalt des Meeres. Die Strömung ist vielerorts unberechenbar und seit Februar erlebt das Land eine ungewöhnlich langanhaltende Schlechtwetterperiode. An genau diesem Strand starben vor 4 Jahren 6 Studenten, nachdem sie bei einer Mutprobe mit dem Rücken zum Meer stehend von einer Riesenwelle verschlungen wurden. Eine Tragödie, die sich leider periodisch wiederholt.

Wir vom Info-Welt Team, sprechen Angehörigen und Freunden der Opfer unser Beileid aus.

Ergänzung vom 12. April 2018:


Die vermissten Opfer wurden inzwischen geborgen. Portugals Marine hat keine Mühen und Kosten gescheut, doch die Wetterbedingungen und der starke Wellengang haben die Bergung der Verunglückten erschwert. Selbst helfen zu wollen mag ja lobenswert sein, aber die Küstenwache, Rettungsschwimmer, Polizei und Rettungskräfte zu rufen ist die bessere Option, da man sich - wie in diesem Fall geschehen - nur selbst in Gefahr bringt.

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