Explosion bei Feuerwerk in Penacova – Portugal 1 Toter, 24 teils schwer Verletzte

Feuerwerksexplosion Gondelim, Penacova, Portugal - Screenshot YouTube


Heute (4.4.) Mittag kam es zu einer Explosion vor einer Kirche in Penacova, Portugal. In dem kleinen Dorf Gondelim sollte ein Fest zu Ehren der Schutzpatronin der Ortschaft stattfinden, doch das Feuerwerk explodierte unkontrolliert, tötete einen Menschen, verletzte 19 leicht, 3 schwer und 2 weitere Personen kämpfen derzeit um ihr Leben. Auch 5 Kinder sind unter den Verletzten.



Von Rui Filipe Gutschmidt - 4. April 2018

Das Feuerwerk sollte den Beginn einer Prozession signalisieren und wurde wie jedes Jahr auf dem Kirchhof installiert. Doch kurz nach dem Ende der Messe und vor dem Beginn der Prozession, kam es zu der verheerenden Explosion. Carlos Tavares, Kommandant der örtlichen Feuerwehr, meinte lapidar: „Irgendetwas ist schief gelaufen...“, beim Umgang mit den Feuerwerkskörpern. Doch wäre es nicht so ein ernstes Thema, dann würde ich diese Aussage als schlechten Scherz bezeichnen. ETWAS ist schief gelaufen???

Gegen 12:30 Uhr gab es also zwei Explosionen – eine kleinere und eine große – wobei die Seitentür der Kapelle, in der die Messe zu Ehren der Jungfrau von Moita (nossa Senhora da Moita) abgehalten wurde, eingedrückt wurde. Wer in der Nähe der Tür stand und wer sich außerhalb der Kapelle aufhielt, der wurde von den Explosionen getroffen. Dabei starb der Verantwortliche für das Feuerwerk und 24 Menschen wurden verletzt. Zu den Verletzten zählen auch 5 Kinder im Alter von 5 bis 16 Jahren, die wohl nur leichte Verletzungen davon trugen. Von den 5 Schwerverletzten schweben noch zwei in Lebensgefahr. Alle Opfer dieses Unfalls wurden nach Coimbra in das Universitätskrankenhaus gebracht. Dort sind die besten Ärzte zum behandeln von Brandopfern und auch der Mann, dem die Explosion anscheinend beide Beine abriss, wird dort bestens medizinisch versorgt.

Es war ein Unfall, soviel steht fest. Die einfachen, mit Schwarzpulver fabrizierten „Fogetes“ sind traditionell das Signal, dass ein Dorf, ein Städtchen, eine Ortschaft ein Fest feiert. Doch offen gesagt ist es eine Unsitte, die man leider nicht so einfach aus dem Alltag der Portugiesen – vor allem im ruralen Umfeld – streichen kann. Erst vor Kurzem wurde eine ganze Reihe von illegalen Produktionsstätten für Feuerwerkskörper geschlossen und tonnenweise Schwarzpulver beschlagnahmt. Im Sommer ist das böllern oft der Grund für Waldbrände und daher verboten. Man kann sich aber den Mund fusselig reden und es hilft trotzdem nichts. In den Dörfern leben gutmütige, gastfreundliche Menschen, die aber leider auch stur und unbelehrbar sind. „Ich weiß, was ich mache. Mir passiert das nicht...“, und nach ein paar Gläschen Wein sind sie sowieso die größten.

Da muss das Gesetz viel stärker einschreiten. Es ist verboten mit einem Messer, dass eine Klinge mit mehr als 8,5 cm hat, auf die Straße zu gehen, aber Sprengstoff, mit dem ein Gebäude stark beschädigt wurde, die Fenster in den umliegenden Häusern zerbrachen und der ein Bild hinterließ wie im Krieg, darf ohne weiteres hantiert werden. Natürlich braucht es eine Genehmigung, aber in den kleinen Ortschaften, wo jeder jeden kennt, ist es kein Problem alle Genehmigungen zu bekommen. Auf wessen Gewissen aber dieses blutige Bild der Zerstörung, das Echo der Schmerzensschreie und der Schmerz und die Trauer, beziehungsweise das Bangen der Angehörigen lastet, weiß ich noch nicht. Doch in dessen Haut möchte ich nicht stecken!



Ebenfalls zu Portugal:

http://www.info-welt.eu/2018/04/portugal-produziert-erstmalig.html