Graswurzel-Journalismus? Ja, und das ist auch gut so!

Graswurzel (Ausschnitt) - Bild von: Tobias Geberth – wikimedia commons  CC BY-SA 2.5


Der Graswurzel-Journalismus rückt immer weiter in den Vordergrund und doch können viele Menschen wenig mit dem Begriff anfangen. Bei Wikipedia wird der Begriff folgendermaßen definiert:
Graswurzel-Journalismus (von grassroot, auch partizipativer Journalismus oder Bürger-Journalismus) ist eine Form des Journalismus, bei der die Zivilgesellschaft durch eigene Medien am gesellschaftlichen Diskurs teilnimmt. Die Publikationsmöglichkeiten im Internet, besonders Weblogs, Podcasts und Videoplattformen, haben zur Verbreitung des Graswurzel-Journalismus beigetragen.“



Jairo Gomes – 12. April 2018
Aus: Graswurzel Post – Stimmen von Unten



Der Gesellschaftliche Diskurs hat bisher im allgemeinen in den Medien wie Radio, Fernsehen und in den Printmedien stattgefunden. Der/die einfache Bürger/in war aus diesem Diskurs zum größten Teil ausgeschlossen. Wollte er sich daran beteiligen, blieben ihm oder ihr nur das eher kümmerliche Instrument des Kommentars in den gedruckten Medien oder ein Brief an die Rundfunk und -Fernsehanstalten.



Das Ende eines Monopols?

Seit dem das Internet immer tiefer in den Alltag der Menschen dringt und sie immer vielfältigere Zugriffsmöglichkeiten auf Informationen haben, ändert sich der vorhin beschriebene Zustand. Die Vormachtstellung der Informationsmonopolisten wie die öffentlich rechtlichen Fernsehn und Rundfunksender, großer Tageszeitungen und wöchentlich erscheinenden Politmagazinen, besteht ohne Zweifel und ist auf absehbare Zeit nicht in Gefahr. Dennoch gab es von 1991 bis 2017 einen deutlich Rückgang der Verkaufszahlen bei den Tageszeitungen.



Sicherlich wird dieser Einbruch auch durch das Internet beeinflusst, weil viele Menschen es bequemer finden, ihre Tageszeitung Online zu lesen. Das allerdings ist nicht der einzige Grund: Vertrauensverlust. immer mehr Menschen haben den Eindruck, dass die Vierte Gewalt ihren Aufgaben als Wächterin über die Gewaltentrennung im Staat, nicht mehr nachkommen. Journalisten die nicht mehr für große Zeitungen oder Sendeanstalten arbeiten und das Medium Internet nutzen, um so ihrem Beruf nachgehen wie sie es für richtig halten, haben damit begonnen Fassaden einzureissen. Dieses Abriss Unternehmen betrifft nahezu jeden Bereich des Lebens, egal ob es sich dabei um die Politik, Wirtschaft oder den Sport handelt. Tabuthemen gibt es nicht mehr.



Viele kleine Helfer

Sachverhalte, Zustände und Wahrheiten, die den steinernen Tafeln Mose´s gleich, in der kollektiven Wahrnehmung der Gesellschaft eingemeißelt zu sein schienen, beginnen langsam an Substanz zu verlieren und zu zerbröseln. Den mutigen Journalisten, die ihren Beruf ernst nehmen und auf Grund ihrer Tätigkeit, jedwede Art von Anfeindungen bis hin zu physischen Angriffen in Kauf nehmen müssen, steht eine wachsende Zahl von Grawurzel-Journalisten zur Seite, die ebenfalls recherchieren und informieren. Mit ihrer Hilfe sind so im Laufe der Zeit, in der ganzen Welt, Persönlichkeiten wie Noam Chomsky, José Mujíca, Daniele Ganser, Rainer Mausfeld und viele andere bekannter worden. Vor allem ihre Ideen.



Das hat zur Folge, dass immer Menschen die Aufnahme von vorgekauter Mainstream Gehirnkost verweigern und sich alternativen Medien zuwenden. Die Deutungshoheit ist längst nicht mehr für ihn reserviert. Der Diskurs findet zunehmend auch „unten“ statt. Er ist nicht mehr nur Intellektuellen oder jenen vorbehalten, die vom Mainstream zu Experten gekürt worden sind.



Schattenseiten

Man kann durchaus sagen, dass durch diese Entwicklung, eine Emanzipation der Bürgerinnen und Bürger in Gang gesetzt worden ist, die hoffentlich nicht zum Stillstand kommt. Natürlich gibt es Schattenseiten. Falschmeldungen, Verdrehungen der Tatsachen, Anfeindungen, Verleumdungen, Hass Reden und Hetze gibt es leider viele im Netz. Das ist jedoch der Preis der zu zahlen ist, will man eine freie Meinungsäußerung garantieren. Es sind Produkte menschlicher Schwächen wie es beispielsweise Lüge, Niedertracht und die Neigung zu Vorurteilen sind. Verachtenswert sind sie ohne Zweifel, auszumerzen waren sie nie und werden es auch nie sein. Sie gehören leider zur menschlichen Natur. Eine Maßnahme wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, wird kaum etwas daran ändern. Es wird aber wohl den gesellschaftlichen Diskurs stark einschränken und damit auch fundamentale Bürgerrechte. Das steht meines Erachtens im Widerspruch zu Artikel 19 des internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte,, der mit dem gleichen Artikel der allgemeinen Menschenrechtserklärung der UNO übereinstimmt und dem Artikel 5 Abs. 1 Im Grundgesetz.



Als Graswurzel Journalist sollte man sich nicht entmutigen lassen, sondern verantwortungsbewusst und korrekt weiter arbeiten. Wir leben in unruhigen Zeiten und es ist wichtiger als je zuvor, dass so viele Menschen wie möglich, den gesellschaftlichen Diskurs in Gang halten.