Kim Jong Un und Donald Trump – Beendet Nordkorea sein Atomwaffenprogramm?

Donald Trump und Kim Jong Un - Screenshot YouTube
Nordkorea hat die Einstellung aller Tests von Atomwaffen angekündigt. Der Westen, allen voran US-Präsident Donald Trump, begrüssten die offizielle Stellungnahme als „großen Fortschritt“. Japans Premierminister Shinzo Abe ist aber skeptisch – völlig zurecht.

Rui Filipe Gutschmidt – 22. April 2018

Die Ankündigung seitens Nordkorea, alle Atomwaffentests einzustellen lies Präsident Trump, natürlich über Twitter, ausgesprochen glücklich frohlocken: „Nordkorea hat eingewilligt, sämtliche Atomtests einzustellen und eine größ ere Testanlage stillzulegen. Das ist eine sehr gute Nachricht für Nordkorea und die Welt – großer Fortschritt! Kann unser treffen kaum erwarten.“

Die Südkoreaner haben offiziell diesen Schritt ebenso begrüßt und mit ihnen scheinen alle der Meinung zu sein, dass diese Ankündigung nur den Anfang für eine Atomwaffenfreie koreanische Halbinsel repräsentiert. Die EU, Großbritannien und selbst UN-Generalsekretär António Guterres, der unverbesserlich an das Gute im Menschen glaubt, stimmten alle in den Chor ein und wüsste ich es nicht besser, könnte man fast an deren Naivität glauben.

Eine Ausnahme aber bidet Japan. Shinzo Abe, Japans Regierungschef, verlangte, dass Kim Jong Un sein Atomwaffenprogramm komplett einstellt. Immer wieder feuerte Nordkorea neue Interkontinentalraketen Richtung Japan und einige davon flogen über das Inselarchipel hinweg und landeten im Pazifik. So sind die Japaner besonders skeptisch gegen das Land, dass schon mehrfach „die totale Zerstörung Japans in einem Meer aus Feuer“ angekündigt hatte.

Denn es scheint als wären alle taub – die Gehörlosen bitte ich diese Floskel zu verzeihen. Kim sagte nämlich klipp und klar, dass sein Land die Raketen und Sprengköpfe zur genüge getestet habe und daher weitere Tests nicht nötig sein. Also nichts da mit Abrüstung oder Frieden. Eine Atomwaffenfreie koreanische Halbinsel ist nicht das Ziel der Regierung in Pjöngjang, denn bei aller Stärke, die Nordkoreas konventionelle Armee haben mag, gegen die USA und ihre Bündnispartner würden sie nicht bestehen.

Warum diesem Satz in den Mainstreammedien keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, darüber kann gerätselt werden. Jedenfalls heißt: „Da die Aufrüstung mit Atomwaffen verifiziert wurde, ist es für uns nicht notwendig, weitere Atomtests oder Teststarts von Mittel- und Langstreckenraketen oder Interkontinentalraketen durchzuführen.", dass sie ihr Ziel, Atommacht zu werden, erreicht haben.

Er fügte noch hinzu: „Der nördliche nukleare Teststandort hat seine Mission beendet.“ So wird nicht weiter getestet, was seine Funktionalität schon unter Beweis gestellt hat. Mit Frieden hat das nichts zu tun, eher im Gegenteil...