Syrien "in a nutshell"?

Syrienkrieg - Pipelineprojekte Bild von zuse24 Flickr.com CC BY-SA 2.0


Syrische Demonstrationen gegen Menschenrechtsverletzungen und der Ruf nach Reformen und Modernisierung von Teilen der Bevölkerung waren ein "willkommener Moment", um ausländische Wirtschaftsinteressen in Syrien mit Gewalt durchzusetzen.

Evan Dennings – 10. April 2018


Ob diese Impulse "tatsächlich" von syrischen Bürgern kamen, oder aber "eher von außen orchestriert wurden" - darüber kann man spekulieren. 'Farbrevolutionen' haben ja nun wenig mit Wasserfarben zu tun, sondern beschreiben eher ein 'Regime-Change-Konzept', das Aufstände so aussehen lässt, als wären sie 'Wille der Mehrheit der Bevölkerung', was nicht unbedingt so sein muss. Wäre Assad kein Partner Russlands und Irans, wäre er kein "Despot", sondern ein "gern gesehener Reformer, ein Partner der westlichen Werte".



Der einzige Grund für die Dämonisierung und Umdeutung einer "Regierung" zu einem "Regime" liegt in geostrategischen Interessen:

- Die USA wollen jegliche unbeugsamen Konkurrenten aus dem Weg räumen die ihnen Paroli bieten, und keine Bündnisse zulassen, die sie bei der globalen Umsetzung ihrer Interessen behindern.

- Iran wird von Israel als Bedrohung angesehen.

- Vermutlich Gaspipeline Interessen Qatar-EU versus RU-EU.



Ohne Einmischung ausländischer Militärmächte wäre das nie so eskaliert mit Hunderttausenden Toten.



Also nimmt man das bei solchen Regime-Change Aktivitäten bewusst in Kauf, bzw. es ist völlig Wurst.



Demonstrationen von Syrern wurden seitens ausländischer Geheimdienste unterstützt und missbraucht, um Gründe zu konstruieren, in Syrien militärisch ein Fass aufzumachen. Man ist quasi "froh", irgend was zu haben, was man als "Legitimation" nutzen kann.



"Für die Menschen und so".



Die Syrer interessieren keine der Konfliktparteien, wobei am ehesten noch die syrische Regierung.



Für den Rest sind sie Schutzschilde, Propaganda-Drama-Futter, Kollateral-Schaden.



Ob nun Putin / Assad "schuld" sind, wenn sie von USA gesponserte Islamisten-Hochburgen, die Zivilisten als Geiseln halten, Frauen missbrauchen, Männer köpfen "ausräuchern" und dabei auch Zivilisten umkommen, oder ob USA/France/Türkei/BRD/Saudis/Israel "schuld" sind weil sie den Konflikt anheizen, Waffen liefern, Propaganda machen - darüber kann man ein Weilchen diskutieren.



Wenn Russland Ende 2015 nicht eingegriffen hätte, wäre Assad nun längst weg, der IS und/oder andere Islamisten in Syrien an der Macht, Frauen als Sklavinnen gehalten, Männer geköpft.
Und dann würde die "westliche Wertegemeinschaft" treudoof eben DIESE Regierung bekämpfen, der Konflikt ginge ein paar Jahre weiter.
ODER die "westliche Wertegemeinschaft" würde mit dieser neuen Putschregierung sich eben arrangieren, solange sie ihren Interessen dienlich ist.