ETA – Baskische Untergrundorganisation – löst sich selbst auf

ETA Unterstützung - Bild v www.ukberri.net wikimedia.commons CC BY 2.0.jpg


Die ETA – die baskische sozialistische revolutionäre Organisation für die nationale Befreiung – gab heute seine Auflösung und damit das Ende seines teilweise blutigen Kampfes für ein unabhängiges Baskenland bekannt. Doch während die meisten Leute diese Entscheidung begrüssen, wollen viele „Gerechtigkeit“ für die Opfer dieses Kampfes. Aber ganz so einfach wie uns erzählt wurde ist die Sache nicht...

Rui Filipe Gutschmidt – 3. Mai 2018

Es ist ein historischer Moment, nicht nur für das Baskenland, Spanien oder Frankreich, sondern für die ganze Welt. Natürlich hat die ETA maßgeblich für ein sozialistisches Baskenland gekämpft, dass sich am nördlichen Rand der Pyrenäen über französisches und spanisches Territorium erstreckt, aber ihre Aktivitäten gingen weit darüber hinaus. Oft zogen sie sich in sichere Drittländer wie Portugal oder Italien zurück.

1959 in einer repressiven Phase der Franco-Diktatur gegründet, haben sie schon 2011 den bewaffneten Widerstand aufgegeben. Die Entwaffnung fand aber erst 2017 statt, da der spanische Staat keinerlei Gegenleistung erbringt. Dazu muss gesagt werden, dass die Verbrechen des Franco-Regimes bis heute ungesühnt sind und Verbrecher dieser Diktatur für ihre Morde, Folter und allerlei Misshandlungen, eine Amnestie bekamen.

Dennoch hatte sich die ETA schon am 20. April bei all jenen entschuldigt, denen sie mit ihren Terroranschlägen Leid zugefügt haben. Jetzt – 3. Mai 2018 14:00 MEZ - hat der historische Etarra Josu Urrutikoetxea (auch bekannt als Josu Tenrera) das letzte Kommuniqué der Organisation in drei Sprachen (französisch, spanisch und natürlich baskisch) verlesen. Der Kampf der ETA wendete sich vor allem gegen die Diktatur, doch mit dem Übergang zur Demokratie wurden die vormaligen Folterknechte in die Gesellschaft eingebunden und in guter katholischer Tradition waren ihre Sünden mit 5 Vater Unser und 25 Ave Maria vergeben.

Der ETA andererseits wurde nichts vergeben und sie werden nach wie vor verfolgt. Man wirft der Organisation vor, für den Tod von 829 Menschen verantwortlich zu sein. Wie viele Menschen Francos Falange – selbst wenn man den Bürgerkrieg nicht mitrechnet – auf dem (nicht vorhandenem) Gewissen hat, ist nur sehr schwer zu sagen. ETA-Mitglieder waren es jedoch 62, die durch spanische Polizeikugeln starben.

Ich möchte mich – wie schon an anderer Stelle – gegen eine Rachejustiz aussprechen, zumal viele der „Opfer“ selbst Täter waren. So wie sich Spaniens Regierung derzeit aber verhält (Katalonien), dürfte eine Amnestie außer Frage stehen.

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