Populismus Teil 3, dieses mal made in Italy

Italy Pixabay CC0 Public Domain


Nach der Brexit-Miesere, die heute vielen Briten schwer
im Magen liegt und die Wahl eines Realityshowmasters zum US Präsidenten, kommt nun auch Italien mal dran. Mit leichten „Lösungen“ wie bisher bekannt, bekommen wir in Europa noch einen Populistischen Sturm, dieses mal a la Bolognese serviert.

Edgar Schülter - 25. Mai 2018

Die neue italienische Regierung verfolgt einen riskanten Plan und könnte sogar eine Parallelwährung zum Euro einführen. Staatspräsident Sergio Mattarela blieb nichts anderes übrig, als den unerfahrenen Giuseppe Conti den Auftrag zu erteilen eine Regierung zu bilden.

Trotz immens hoher Schulden von 132 Prozent des BIPs, haben die italienischen Populisten, ähnlich wie Donald Trump einfach ganz tolle Ideen auf Lager, die „auch ganz einfach zu realisieren sind“.

So haben die italienischen Populisten folgendes im Sinn:
  1. Drastische Steuersenkung, sowohl für alle Bürger wie für die Unternehmen.
  2. Einführung eines Bürgergeldes von 780 Euro pro Monat (wo das Geld dann herkommen soll weiß man halt nicht).
  3. Deutliche Senkung des Renteneintrittalters. So sollen nach 41 Beitragsjahren die Italiener statt mit 67 schon in Rente gehen können.
Die Forderungen sind alle nicht bezahlbar, nun so war das auch mit Präsident Donald Trump mit seine Mexiko-Mauer...
Allein die Steuerentlastung der Bürger dürfte Rund 80 Milliarden Euro kosten. Diese Kosten widersprechen nicht nur dem Fiskalpakt der EU sondern führen automatisch dazu, dass Italien kein Geld mehr auf den Anleihemärkten bekommt oder eben nur noch zu sehr hohen Zinsen. Eine neue Staatsschuldenkrise würde ins Haus stehen.

Aber keine Sorge, die neuen Regierungsparteien haben schon eine Idee. Hat ein Staat kein Geld druckt man sich eben welches. Da aber Italien der Eurozone angehört, hat es seine Geldschöpfung abgegeben. Was macht man dann?
Man besorgt sich Geld durch die Hintertür und zwar durch sogenannte neue Staatsanleihen die „Mini-Bot“ heißen sollen.

Der Clou mit den neuen selbst gedruckten „Mini-Bots“ will die Regierung offene Rechnungen bei Unternehmen bezahlen. Zwar sind dann die mini-BOTS kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber man kann auch damit Zugtickets bei der staatlichen Bahngesellschaft bezahlen. Mit der Zeit können auch private Unternehmen dazu übergehen mini-Bots zu akzeptieren. Das Ergebnis ist dann eine Parallelwährung zum Euro.

Sehr wahrscheinlich wäre der nächste Schritt ein Ausstieg aus dem Euro. Da der italienische Staat auf einem Schuldenberg von 2,3 Billionen Euro sitzt, währen die Auswirkungen katastrophal. Alle italienischen Gläubiger, darunter auch die EZB, müssten ihre Forderungen an Italien abschreiben.

Der Populismus in Italien ist zur Zeit ein Pulverfass für die weltweiten Finanzmärkte. Bleibt dann abzuwarten wann die neue Regierung die Zündschnur auch anzündet...