Israel beschießt Waffenlager der Hisbollah in der Nähe von Damaskus

Israelischer Kampfjet - Screenshot YouTube


Syrien hat einen Raketenangriff der Israelischen Luftwaffe auf ein Waffenlager der libanesischen Hisbollah-Miliz denunziert. Es ist ein weiterer Bruch des internationalen Rechts.
Rui Filipe Gutschmidt - 27. Juni 2018

Das syrische Staatsfernsehen berichtete Montagabend, dass israelische Kampfjets einen Angriff auf Ziele in der Nähe des Flughafens von Damaskus unternahmen. Rami Abdel Rahman, der Chef der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab an, dass die israelischen Raketen ein Waffenlager der libanesischen Hisbollah in der Nähe des Flughafens von Damaskus getroffen hätten.

Die Jets hätten demnach zwei Raketen in der Nacht von den von Israel besetzten Golanhöhen aus abgeschossen, so das die syrische Luftabwehr nichts dagegen ausrichten konnte. Auch ist bislang nichts von einem Gegenangriff bekannt. Israel unternimmt immer wieder Angriffe auf Einrichtungen der Hisbollah und des Iran in Syrien. Dabei haben sie vor allem die Waffenlieferung des Iran im Visier. Von israelischer Seite gab es bislang keinerlei Stellungnahme.

Syrien ist in einem chaotischen Mehrfrontenkrieg verwickelt und die Hisbollah, langjährige Verbündete der Syrer, revanchiert sich jetzt dafür, dass sie Dank Syrien und dem Iran eine starke Machtposition im Libanon haben. Denn wenn die Regierung von Bashar al-Assad stürtzt, dann sind vermutlich auch die Tage der Hisbollah gezählt. Israels Angriffe gelten also nur indirekt der syrischen Regierung. Das Ziel der Israelis ist die Schwächung seines an der Nordgrenze vom Krieg profitierenden Feindes. Denn die Hisbollah wird zum Zweck des Kampfes in Syrien vom Iran aufgerüstet. Um das zu verhindern begeht Israel einen Völkerrechtsbruch nach dem anderen, was die Regierung Netanjahu noch nie gestört hat.