Big Pharma & Krebs: J&J zu Milliardenstrafe verdonnert

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Der US-amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson wurde zu einer Milliardenstrafe verurteilt, da einige dessen Körperpflegeprodukte (darunter Babypuder) Krebs verursacht haben sollen.


Von Marco Maier 13-07-2018

Seit mehr als vierzig Jahren würde der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson (J&J) Beweise vertuschen, welche die Gesundheitsgefährdung einiger dessen Produkte belegen würden, hieß es in der Anklage von 22 Frauen, die an Eierstockkrebs erkrankten. Sie alle hatten Produkte des Unternehmens – darunter Babypuder mit Talkum – verwendet, welche krebserregend sein sollen.

Nun befand die Jury des Prozesses in St. Louis (Missouri) den Konzern einstimmig für schuldig und ordnete an, dass das Unternehmen insgesamt 4,7 Milliarden Dollar an Schadenersatz- und Strafzahlungen leisten müsse. Allerdings kündigte J&J an, dieses Urteil mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen zu wollen.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass das Unternehmen zu hohen Strafzahlungen und Schadenersatzleistungen verurteilt wurde. Bislang gab es bereits tausende Klagen gegen den Konzern, wobei der Einsatz von gesundheitsgefährdenden Stoffen in den chemisch hergestellten Körperpflegeprodukten immer wieder festgestellt wurde, wobei das Unternehmen dies stets kategorisch zurückwies.

Die Pharmaindustrie ("Big Pharma") wird immer wieder dafür kritisiert, mit ihren chemisch hergestellten Produkten Krankheiten zu begünstigen und mit dem Einsatz von umstrittenen Chemikalien sogar aktiv zu fördern. Doch mit einem "Studienkrieg" zwischen Konsumentenschützern und Konzernen, wobei Erstere die Schädlichkeit und Letztere die Unschädlichkeit der Produkte beweisen wollen, zieht sich das Ganze in die Länge. Wirklich unabhängige Untersuchungen gibt es kaum.

Kürzlich erst wurde beispielsweise Monsanto beschuldigt, gezielt Studien "manipuliert", bzw. Auftragsstudien angefertigt lassen zu haben, indem die Wissenschaftler gezielt und methodisch darauf hinarbeiteten, die Unschädlichkeit der Produkte zu beweisen – also so, dass das Ergebnis für den Auftraggeber auch passt.