Portugal 2017, Griechenland 2018 und welches Land brennt nächstes Jahr?

Bild - Waldbrand - Flickr.com CC BY-SA 2.0


Der Süden Europas erlebt Jahr für Jahr verheerende Waldbrände. Fast zweihundert Menschen starben letztes Jahr in Portugal und in Griechenland sind es schon 91 in diesem Jahr. Dabei wird es nicht bleiben. Doch Hilfe ist schon unterwegs, wobei auch die Vierbeiner nicht vergessen werden. Inzwischen bereiten sich Portugal und Spanien auf eine Hitzewelle vor... Es wird Zeit zu handeln.

Rui Filipe Gutschmidt - 30. Juli 2018

Die Menschheit geht einen Weg der Selbstzerstörung und eines der Symptome sind die vielen Waldbrände, die nicht nur in Südeuropa, Kalifornien und Australien wüten, sondern immer mehr Regionen der Welt Zerstörung, schwere Verletzungen und Tote beschert. Man kann sich kaum vorstellen, was für ein Leid durch die Großbrände verursacht wird.

In Griechenland wiederholte sich die Brandkatastrophe vom letzten Jahr in Portugal. Dabei hatte es in den portugiesischen Bergen mehr als einen Großbrand mit vielen Todesopfern gegeben. Derzeit liegt die Anzahl der Todesopfer in Griechenland bei 91, doch 25 Menschen werden noch vermisst. Es ist also leider zu erwarten, dass die Opferzahl weiter steigt. Man kann nur hoffen, dass möglichst viele Leute lebend gefunden werden.

Doch in Mati, dem besonders stark betroffenen Badeort an der griechischen Küste, sucht man nicht nur nach den vermissten Menschen. Auch die Haustiere werden von Freiwilligen gesucht, gerettet und von Tierärzten medizinisch versorgt. Auch sonst sind Menschen aus aller Welt hilfsbereit und helfen denen, die alles verloren haben.

Bei aller Hilfsbereitschaft ist es aber nicht möglich alles zu ersetzen, was die Flammen für immer genommen haben. Es sind nicht nur die Dokumente, manchmal sogar Bargeld, Möbel und Kleidung. Es sind ganz persönliche Dinge, wie Fotos, Videos, Briefe, Andenken oder einfacher gesagt: Erinnerungen! Nicht selten verlieren die Menschen alles Materielle und nicht Materielle. Dabei ist letzteres viel schwerer zu verkraften.

Das schlimmste aber, ist der Verlust geliebter Menschen. Nie wieder das Lachen der Kinder zu hören oder die Berührung der Ehefrau zu spüren, kann man sich nur schwer vorstellen. Dabei ist es wichtig, dass zumindest die materielle Not gelindert wird und die Zukunftsperspektive dieser Menschen Gestallt annimmt. Die Solidarität der Mitmenschen – obwohl die Griechen von der Schuldenkrise selbst arg gebeutelt wurden – ist beispielhaft. Dabei haben die Portugiesen es letztes Jahr vorgemacht und zwischen Spenden und staatlicher Hilfe gab es leider auch Leute, die sich als Betroffene ausgaben ohne es zu sein.

So, und was jetzt? Wollen wir zusehen wie fahrlässiger Umgang mit der Natur, mit dem Feuer, mit brennbaren Materialien, oder wie böswillige Brandstiftung, sei es durch psychisch Kranke Pyromanen oder aber durch die übliche Geldgier weitere Opfer fordert? Es gibt jede Menge Gründe um Feuer zu legen, doch keiner dieser Gründe ist wirklich mit unseren Werten, Gesetzen und dem Gebot der Menschlichkeit vereinbar. Die Natur zu schützen – was bei der Brandbekämpfung nur allzu oft vernachlässigt wird – heißt auch die Zukunft der Menschheit zu schützen. Monokulturen und Wälder unter rein wirtschaftlichem Aspekt zu sehen bringt uns Jahr für Jahr neue Katastrophen.

Wo wird es die nächste Brandkatastrophe geben? Wie viele Menschen, Tiere, Häuser, Erinnerungen ganzer Lebensläufe werden brennen? Wer profitiert dann davon? Die Firmen, die Löschflugzeuge, Hubschrauber und ähnliches an die betroffenen Staaten vermieten? Sind es die Papiermühlen, Sägewerke oder Grundbesitzer? Was eine Handvoll Leute dadurch verdient, dass die Wälder in Flammen stehen, ist nicht mit den Kosten zu vergleichen, die der Steuerzahler aufwenden muss und schon gar nicht mit den Summen die in Rauch aufgehen oder mit den zerstörten Leben, dem Tod, den Schmerzen, dem Leid. Portugal erwartet, nach einem bisher ungewöhnlich verregnetem und kühlen Sommer, eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45ºC. Auch Spanien wird von der Luftmasse aus der Sahara betroffen sein.

Ich fordere die Politik zum Umdenken auf. Es gibt effiziente Löschmethoden wie das CWFS-System und die Armeen täten gut daran, wenn sie im Krieg gegen das Feuer kämpfen, statt fern der Heimat unter dem Deckmantel der Friedenssicherung die Interessen der Wirtschaftsbosse durchzusetzen. Der Wald gehört in staatliche Hände und der Nutzen gehört den Gemeinden in einer nachhaltigen Forstwirtschaft. Nicht leicht umzusetzen, aber nur so kann der katastrophale Raubbau an den Wäldern – der Sauerstoffquelle unseres Planeten – aufgehalten werden.