Medizinisches Cannabis wird von Portugals Militär produziert

Erntereife Cannabispflanze - Flickr.com CC BY 2.0


Portugals Militär sagt, dass sie die Bedingungen erfüllen, um das vom Parlament verabschiedete Gesetz umzusetzen. Doch es braucht noch etwas Zeit, um fehlende Einzelheiten in der Gesetzgebung zu klären. Dennoch ist es ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Rui Filipe Gutschmidt – 8. August 2018

Das Militärlaboratorium für chemische und pharmazeutische Produkte (LMPQF) der portugiesischen Armee ist verfügbar, um das kürzlich im Parlament genehmigte Gesetz zu erfüllen und Cannabis-basierte Medikamente zu produzieren. Das Militärlabor, das unter anderem auch schon die Substituitionsmedikation Methadon herstellt, wird im Gesetzestext extra genannt.

Das LMPQF ist bestens ausgerüstet, um medizinisches Cannabis und davon abgeleitete Derivate herzustellen. Derivate? Ja, Derivate, wie Tabletten, Kapseln, Sirup oder Tees. Zumindest ist das die Idee, die der Abgeordnete des Bloco Esquerda, Moisés Ferreira, zu dem Thema hatte. Denn schließlich ist nicht jeder gewillt, „Gras“ zu rauchen. Dabei hat das LMPQF neben dem Methadon, auch mehrere Medikamente für seltene Krankheiten produziert. Internationale Anerkennung erhielt das Labor 2009, für seine Rolle bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen den A-Grippevirus.

Eine Investition von 16 Millionen Euro von den Ministerien für Gesundheit und Verteidigung, soll die Produktion von acht weiteren Medikamenten im Militärlabor ermöglichen. Diese Medikamente sollen den Patienten im staatlichem Gesundheitssystem zu Gute kommen. Ein Problem der Bevölkerung, besonders der vielen Rentner mit Einkommen von weniger als 250 Euro, sind die viel zu hohen Preise für Medikamente, die Importiert werden müssen.

Mit dem Cannabis verhält es sich ähnlich. Das LMPQF produziert viel billiger als die Pharmakonzerne und eine gleichbleibende Qualität wird garantiert. Jetzt muss dass Gesetz nur noch den realen Bedingungen angepasst werden und es bleibt zu hoffen, dass dies nur der erste Schritt hin zur uneingeschränkten Legalisierung von Cannabis darstellt. Wenn Alkohol, Coffein und Nikotin legal sind und uns jede Menge Chemie und Giftstoffe in der Nahrung und Umwelt zugemutet werden, dann ist das Verbot von Cannabis doch einfach nur Heuchelei. Eine Heuchelei, die seit Jahrzehnten andauert und die nur langsam, gegen enormen Widerstand verschiedener Lobbys, durch wissenschaftliche Fakten überwunden wird.