Italien raus aus dem Euro? Viel Lärm um nichts

Euro Schiff Pixabay Lizenz CC0 Publik Domain 

Zur Zeit herrscht wieder Panik an den Finanzmärkten. Man glaubt, wenn Italien den Euro verlässt, ist es das Aus der Einheitswährung. Ist es jedoch wirklich so schlimm?

Edgar Schülter - 31. Mai 2018

In erster Linie ist die Panikmache an den Finanzmärkten eher politisch bedingt, denn Ökonomisch ist es vollkommen übertrieben. Ein Austritt Italiens aus der Gemeinschaftswährung bedeutet nicht das ende vom Euro. Problematisch sind eher die Kapitalbewegungen die ausgelöst werden, sprich Geld fließt massiv aus Italien raus.

Warum soll man sich nicht einen Euro ohne Italien vorstellen können? Für viele Kritiker des Euros wäre dies keine Katastrophe sondern eher ein Grund zum jubeln, doch geht ein schwaches Mitglied, stärkt das nur die Gemeinschaftswährung. Nach Meinung der Ökonomen würde bei einer Ausscheidung Italiens aus dem Euro nach einer anfänglichen Abwertung eher gewaltig steigen.

Leidtragender ist letztendlich nur Italien selbst, weil das Kapital das Land verlässt. Italien würde sich nur noch mehr verschulden, und die Zinsen der italienischen Staatsanleihen würden so hoch steigen, dass die Rückzahlung sehr schwierig ausfallen würde, wie es schon in Griechenland passierte.

Allerdings würde der Mythos der Unzerbrechlichkeit des Euros drunter leiden. Das wirtschaftliche Gewicht des Euro wäre geringer. Italien ist immerhin noch die drittstärkste Volkswirtschaft. Jedoch würde das Bruttoninlandsprodukt des Euroraums um 15 Prozent sinken. Nicht genug um eine Konstellation definitiv zu ändern. Der Euro wäre eher vor dem Aus wenn Frankreich oder Deutschland ausscheiden würden. Das wird jedoch nicht passieren.

Das größte Problem sind eher die zähen Verhandlungen...

Ähnlich wie beim Brexit dessen Verhandlung schon sehr schwierig sind, weil die Briten immer nur die „Rosinen“ herauspicken möchten, würde es mit Italien ebenfalls sehr kompliziert werden. Klar alle Länder suchen möglichst alle Vorteile nur für sich. Doch ohne Gegenleistungen funktioniert das nicht und Europa kann nicht immer die Zahlkasse für alle sein die nach unfähiger Haltung dann abspringen möchten. Beim Brexit muss Großbritannien schon 40 Mrd Eur bezahlen, bei Italien wäre der Betrag schon 10 mal so hoch. Wer soll das alleine bezahlen? Rom müsste Insolvenz anmelden, bis dahin und ob es so wird fließt aber noch viel Wasser den Tiber hinunter.