80.000 Pflegekräfte fehlen in Krankenhäusern

Im Krankenhaus Pixabay Lizenz CC0 Public Domain 

Nur Überstunden ohne Pausen, keine Zeit für die Patienten, voller Verschleiß des Pflegepersonals. So sieht es zur Zeit in deutschen Krankenhäusern aus.

Edgar Schülter 19. Juni 2018

Laut einer Verdi-Erhebung müsste man das Personal in den Krankenhäusern um mindestens 22 Prozent anheben um die Mängel abzustellen.

Würde das Pflegepersonal normal arbeiten, mit den dazugehörigen Pausen ohne je eine Überstunde zu machen und ohne spontane Einsätze an freien Tagen, müssten Krankenhäuser in Deutschland einige Tage im Monat schließen.

Jetzt, in diesem Monat, wäre es bald soweit, denn rechnerisch haben die Pflegekräfte bis zum 25. Juni bereits ihre Arbeit gemacht. Würde man 80.000 Leute mehr einstellen, dann könnte man einerseits die Patienten besser Versorgen und anderseits zu normalen Bedingungen arbeiten.

Es fehlt in vielen Klinikstationen das Nötigste. Es ist ein marodes System das langsam zu einer Gefahr für alle wird.
Die Unterbesetzung geht zu lasten der Gesundheit der Patienten wie auch des Personals. So meint Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler: "Das System funktioniert nur, weil die Beschäftigten über ihre Belastungsgrenze gehen und mit hohem persönlichen Einsatz versuchen, den Personalmangel auszugleichen. Das Pflegepersonal wird regelrecht verschlissen".

Die Ursache läge auch am System der Krankenhaus-Finanzierung in Deutschland. Die Kliniken werden eben unter enormen Druck gesetzt um zu sparen. Die Bundesländer zahlen den Krankenhäusern im Jahr rund drei Milliarden Euro weniger. Hat man dafür kein Geld?

Viele Pflegekräfte beschweren sich, dass durch die vielen Überstunden und Verzicht auf Arbeitspausen, die Arbeitsbedingungen unannehmbar sind. Auch fallen Leistungen gegenüber den Patienten weg, weil eine geringere Intensität der Überwachung des Zustandes des Kranken die Folge ist.

Verkehrte Welt in Deutschland, wenn man sieht für was die Steuergelder ausgegeben werden.