Donald Trump stiftet Chaos im Welthandel – Es riecht nach Krieg

Trumps Handelskrieg gegen China - Karikatur  Hong, upload to Flickr.com von Gwydion M. Williams - CC BY 2.0
US-Präsident Trump wirft der EU vor, schädlich für den US-Handel zu sein und gleichzeitig die Finanzierung der NATO auf die USA abzuwelzen. Bei seinem streben nach unangefochtener Hegemonie stellt er den freien Welthandel in Frage, nicht weil die Großkonzerne ein ausbeuterisches System etabliert haben, sondern weil die Amerikaner einen größeren Anteil von der Beute bekommen sollen.

Rui Filipe Gutschmidt - 3. Juli 2018

"Es ist furchtbar, was sie uns antun." So der „America first“ Präsident, der im Vorfeld schon China und Kanada aus dem gleichen Grund kritisiert hat. Die EU wäre "wahrscheinlich genauso schlimm wie China - nur kleiner", sagte Trump bei seinem Propagandasender Fox News und er fügte hinzu: "Sie senden ihre Mercedes hierher, wir können unsere Autos nicht hinschicken." Außerdem würden "Die" ihre Bauern schützen und alles in allem hätte die EU 2017 einen Handelsüberschuss zu den Vereinigten Staaten in Höhe von 151 Milliarden Dollar erzielt.

Seit dem 1. Juni erheben die USA bereits Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa. Davor hatten die USA schon Metalimporte aus China mit Strafzöllen belegt. Auch Kanada steht auf Trumps roter Liste. Alle Staaten / Staatenbündnisse, die Donald Trump mit Strafzöllen belegt hat, haben Gegenmaßnahmen in Kraft gesetzt und verurteilen die US-Administration für ihre aggressive Handelspolitik. Jetzt hat Trump also eine weitere Drohung wahr gemacht.

Sein Versprechen an den Wähler, war die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Stärkung der heimischen Wirtschaft. Tatsache aber ist, dass alleine die EU Strafzölle im Wert von 2,8 Milliarden Euro auf US-Waren erhoben hat. Ein Handelskrieg, das scheint Trump zu vergessen, geht immer in zwei Richtungen. Dieser Rundumschlag wird eine Antwort nach sich ziehen und in der US-Wirtschaft Millionen Arbeitsplätze kosten. Selbst wenn Trump die USA zum Steuerparadies macht, werden die US-Konzerne nicht die Arbeitsplätze aus dem Ausland zurück in die USA verlegen. Dazu müsste er Arbeitnehmerrechte, Löhne, Umwelt- und Gesundheitsregeln auf das Niveau der Dritten Welt bringen. Da macht das Wahlvolk nicht mit, egal wie viel Hasspropaganda er auf Twitter verbreitet.

Der neuste Coup Trumps? Druck auf die OPEC um den Ölpreis zu senken. Dabei zählt der US-Präsident auf die Hilfe der Saudis. Der Grund dafür könnte bei den Sanktionen gegen Ölproduzenten wie Venezuela und dem Iran liegen. Die instabile Lage in Libyen und Syrien ließen die Ölproduktion auch zurückgehen. Ultimativ wollen die USA aber eine Reserve anlegen, die ihnen erlaubt einen längeren Krieg gegen den Iran zu führen. So sind auch das Treffen mit Vladimir Putin und die Friedensgespräche mit Kim Jong Un ein Teil der Strategie, die USA wieder zur dominanten Macht aufsteigen zu lassen. Eine Nichteinmischung Russlands und das Vermeiden eines zweiten Kriegsschauplatzes sind unablässlich, wenn man den Iran in die Knie zwingen will. 

Der Durchschnittsamerikaner wird davon natürlich nichts haben und vielen wird nur der Dienst an der Waffe ein Auskommen sichern. Kanonenfutter, für die Kriege die da kommen werden... Und sie werden kommen, denn jedem Handelskrieg folgt auf kurz oder lang ein blutiger Konflikt, um mit Waffengewalt zu erreichen, was man durch wirtschaftliche Maßnahmen nicht zu erreichen vermag.